Hands-on

Gemeinsam bauen – interkulturell lernen

Das Hands-on-Projekt der Stiftung Deutscher Architekten führte in zu Jahresbeginn 2026 zum dritten Mal nach Mae Sot in Thailand. Eine Gruppe von zwölf angehenden Architekturschaffenden und Junior-Mitgliedern aus Nordrhein-Westfalen reiste Anfang Januar in die Grenzregion zu Myanmar/Burma, um dort gemeinsam mit lokalen Partnern neue Schulräume für Kinder von Geflüchteten zu errichten.

13.03.2026

Innerhalb von fünf Wochen errichtete das Projektteam von Hands-on die Schulräume in Thailand.
© Stiftung Deutscher Architekten

Die Arbeit mit regionalen und wiederverwendeten Materialien sowie der Wissensaustausch mit örtlichen Arbeitskräften standen im Mittelpunkt des Projektes – das erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

Für die Gruppe junger Planerinnen und Planer begann der Aufenthalt in Thailand mit Architekturführungen durch die Hauptstadt Bangkok. Geleitet von den Architekten Artison Wangpraseurt und Alexandra Polyakova sowie dem Landschaftsarchitekten Goustan Bodin erhielten die Teilnehmenden erste fachspezifische Einblicke in Kultur, Bauweisen und städtische Strukturen Thailands.

Anschließend ging es weiter nach Mae Sot an der Grenze zu Myanmar. Dort unterstützte die Gruppe das Migrant Learning Center „Ah Yone Oo“. Aufgrund der stetig steigenden Zahl von Kriegsflüchtlingen aus Burma wächst auch der Bedarf an Bildungsangeboten. Für viele Kinder stellen die Migrant Learning Centers die einzige Möglichkeit dar, in Sicherheit zu lernen, eine schulische Routine zu erleben und ein Stück Normalität im Alltag zu finden. Das Zentrum wird von der lokalen Hilfsorganisation „Help Without Frontiers“ unterstützt.

Gemeinsam mit dem Architekten Jan Glasmeier von Simple Architecture und dem Verein Social Architecture e.V. konnten die Teilnehmenden über mehrere Wochen hinweg den gesamten Prozess des analogen Entwerfens und Bauens unmittelbar erfahren. Vor Ort wurden mehr als 2.000 Lehmsteine selbst produziert, von der Sonne getrocknet und anschließend verbaut. Die Dächer entstanden aus wiederverwendetem Teakholz, während der Boden aus gebrannten Ziegeln gefertigt wurde. Auf diese Weise entstanden zwei neue Klassenhäuser sowie eine Aula.

Neben funktionalen Anforderungen wie Klima, Licht und Luft spielte für die Gruppe auch die räumliche Qualität eine zentrale Rolle. Einbauschränke, kleine Gucköffnungen, eine lebendige Fassadengestaltung sowie integrierte Sitzbänke wurden bewusst mitgeplant, um den Kindern Orte zum Lernen, Entdecken und Verweilen zu schaffen.

Während der Bauphase besuchten zudem zahlreiche Gäste die Baustelle. Vertreterinnen und Vertreter der Deutschen Botschaft machten sich vor Ort ein Bild vom Projekt. Auch die jährliche Gruppe der Harrow School aus Bangkok war zu Gast; deren Schülerinnen und Schüler beteiligten sich aktiv an der Herstellung der Lehmsteine. Darüber hinaus brachten Architektinnen und Architekten, ehemalige Hands-on-Teilnehmende sowie Fachleute für natürliche Baustoffe ihr Wissen und ihre Erfahrungen ein. Auch die Geschäftsführerin der Organisation Freedom Restoration Project besuchte das Projekt, um sich über den Fortschritt zu informieren. Im Rahmen dieser Besuche fanden Fachvorführungen statt, die den Austausch von Know-how im Bereich des nachhaltigen Bauens förderten. Die internationale Beteiligung unterstrich die Bedeutung des Projekts und seine Wirkung über die Region hinaus.

Besonders prägend ist jedes Jahr die Zusammenarbeit mit den burmesischen Experten. Sie unterstützen die Gruppe nicht nur tatkräftig auf der Baustelle, sondern vermitteln auch traditionelle Bauweisen und handwerkliche Techniken. Dabei entstehen Begegnungen und Freundschaften, die weit über das gemeinsame Planen und Bauen hinausreichen.

Nach fünf intensiven Wochen konnten die fertigen Gebäude schließlich feierlich an den Rektor der Schule sowie an die Schülerinnen und Schüler übergeben werden. Nur kurze Zeit später zogen die Kinder bereits mit ihren Tischen und Stühlen in die neuen Räume ein und begannen, sie mit Leben zu füllen.

Das Hands-on-Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Architektur über fachliche Grenzen hinaus Menschen zusammenbringen, neue Lebensräume schaffen und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen kann. Die Förderung von Baukultur, Bildung, Nachwuchs sowie nachhaltigem Bauen gehört zu den zentralen Anliegen der Stiftung Deutscher Architekten.

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Projekts blicken wir mit großer Freude auf diese intensive Zeit zurück. Die zahlreichen Erfahrungen, Entwicklungen, Begegnungen und gemeinsamen Bauprozesse haben einmal mehr gezeigt, welches Potenzial in diesem Format steckt. Die Stiftung Deutscher Architekten freut sich darauf, auch in Zukunft weitere Projekte dieser Art zu realisieren. Text: Sanaz Kashi

Hands-on

Jan Glasmeier über das Bauen für Flüchtlingskinder in Thailand

Mae Sot, die Grenzstadt im Nordwesten Thailands, direkt an der Grenze zu Burma. Ein Ort, an dem Menschen aus unterschiedlichen Herkünften, Religionen und Kulturen zusammenkommen. Die Umgebung ist geprägt von Reisfeldern, Hügeln, einfachen Dörfern und staubigen Straßen. Ein Beitrag von Jan Glasmeier.

22.01.2026

Das Hands-on-Team errichtet aktuell mit Jan Glasmeier (obere Reihe, ganz rechts) von „simple architecture“ in Mae Sot ein Schulgebäude. – Foto: Christof Rose / AKNW
© Christof Rose / Architektenkammer NRW

Die Menschen sind aus unterschiedlichen Gründen hier. Viele sind vor den Kampfhandlungen in Burma geflüchtet; Soldaten der ethnischen Armeen kommen hierhin, um sich zu erholen, Verletzte werden in den Krankenhäusern behandelt. Mae Sot it eine Transitstadt, aber auch ein Ort, in dem Menschen einander helfen. 

Nun sitze ich wieder hier, im Hof der „Ah Yoon Oo“-Schule, einem der besonderen Orte in dieser Stadt, zu ich zurückgekehrt bin. In einer der vielen Schulen, zu denen ich eine starke Verbindung habe. Die Schule wurde von der Hilfsorganisation „Help without Frontiers“ errichtet. Auch an dieser Schule sind die Räume mittlerweile zu klein, die Zahl der Flüchtlinge aus Burma wächst stetig. 

Auch dieses Mal bauen wir mit jungen Planerinnen und Planern aus Nordrhein-Westfalen und dem Hands-on-Projekt der Stiftung Deutscher Architekten weitere Schulräume, damit den Kindern die Möglichkeit einer guten Bildung und ein Stück „Normalität“ geboten werden kann. Für geflüchtete Kinder in Mae Sot ist eine Schule nicht selbstverständlich. Sie ist ein geschützter Raum, ein Ort der Stabilität. Jeder zusätzliche Klassenraum bedeutet mehr Zeit zum Lernen, mehr Ruhe, mehr Chancen.

Unser Ziel ist es, in einem partizipativen Prozess mit der örtlichen Gemeinschaft Räume zu entwickeln, die einfach, funktional und kostengünstig sind. Die Menschen hier haben faktisch keinen Zugang zu Architektur. Es fehlt vor allem an Geld, Ressourcen und der Möglichkeit, zu arbeiten. 

Auch Hilfsorganisationen, die unverzichtbare Arbeit leisten, errichten oft reine Funktionsbauten. Mit wenigen tausend Euro lassen sich hier aber auch Schulräume schaffen, in denen Kinder über Jahre hinweg gut lernen können.

Mit meinem Büro „simple architecture“ habe ich in dieser Region einen Krankenhauscampus und dreißig Schulprojekte realisiert, meist in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen. Jedes Projekt ist anders, aber alle folgen derselben Überzeugung: Gute Architektur darf kein Privileg sein. 

Die Offenheit und Gastfreundschaft der Menschen hier berühren mich jedes Mal aufs Neue. Wir arbeiten eng mit lokalen Arbeitskräften zusammen, und oft sind es sie, von denen wir am meisten lernen. Wir bauen mit Bambus, recyceltem Teakholz und vor allem mit sonnengetrockneten Lehmziegeln – eine traditionelle Technik in Thailand. Viele der Menschen, mit denen ich hier arbeite, sind über die Jahre zu Freunden geworden.

Wenn ich die Kinder sehe, wie sie in diesen geschützten Räumen spielen, lernen und lachen, wird mir klar, warum wir all das tun. Ihr Lachen ist leicht, ehrlich und ansteckend. Es ist unsere tägliche Motivation, weiterzumachen.

Zur Person:
Jan Glasmeier, Architekt aus Gelsenkirchen, gründete 2016 in Bangkok das Büro Simple Architecture, mit dem er nachhaltige Architektur mit sozialem Anspruch realisiert; häufig kooperativ mit Hilfsorganisationen und lokalen Akteur*innen. Im Januar/Februar 2026 realisierte Glasmeier mit der Stiftung Deutscher Architekten bereits zum dritten Mal ein „Hands-on“-Projekt für junge Planer*innen aus NRW in Thailand.

Hands on

Hands-on geht in die dritte Runde

Spürbare Aufbruchstimmung und Vorfreunde lagen am 17. November in der Architektenkammer NRW in der Luft: Die zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Hands-on Teams 2026 trafen erstmals zusammen – eine engagierte Gruppe aus Studierenden, Absolventinnen und Absolventen sowie jungen Architekt*innen verschiedener Fachrichtungen aus ganz NRW. Ziel des Treffens war es, sich kennenzulernen und gemeinsam einen Ausblick auf die sieben Wochen zu bekommen, die das Team im kommenden Jahr in Mae Sot, Thailand verbringen wird.

08.01.2026


© Lea Thormeyer / Architektenkammer NRW

Die Reise beginnt am 9. Januar 2026. Bis zum 22. Februar werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort in enger Zusammenarbeit mit lokalen Arbeitskräften aus recycelbaren und möglichst nachhaltigen Materialien mehrere neue Klassenräume an einer Schule für geflüchtete Kinder aus Burma errichten. Das Projekt verbindet architektonisches Know-how, praktische Arbeitserfahrung und einen starken sozialen Anspruch.

Die Finalgruppe von zwölf Personen wurde von der Stiftung Deutscher Architekten (SDA) in einem mehrstufigen Auswahlprozess ermittelt. Insgesamt hatten sich 106 Interessierte beworben; rund 30 Bewerberinnen und Bewerber wurden im Sommer zu einem Vorauswahl-Workshop ins Baukunstarchiv NRW in Dortmund eingeladen. Dort fand ein intensiver Lehmbaustoff-Workshop mit Björn Klug (Conluto – Vielfalt aus Lehm) statt. Nach ausführlichen Gesprächen mit dem SDA-Team sowie dem Projektarchitekten Jan Glasmeier und kleineren praktischen Übungen wurde schließlich die Gruppe für Hands-on 2026 zusammengestellt.

Nach einer thematischen Einführung in das Kammerwesen stellte Markus Lehrmann, Geschäftsführer der Stiftung Deutscher Architekten, die Arbeitsweise und Formate der Stiftung vor. Anschließend gab Jan Glasmeier einen Einblick in das bevorstehende Vorhaben in Mae Sot und erläuterte die geplanten Bauaufgaben.

Um das neue Hands-on Team bestmöglich auf die kommenden Wochen vorzubereiten, berichteten zudem zwei ehemalige Teilnehmerinnen von ihren Erfahrungen und schilderten ihre Eindrücke aus dem vorherigen Projekt.

Beim Kennenlerntreffen zeigte sich schnell, dass die Vorfreude und die Motivation der Gruppe groß sind. Die meisten möchten „endlich mal anpacken“, „selbst etwas bauen“, einen sozialen Beitrag leisten und gleichzeitig neue Techniken und den Umgang mit anderen Materialien kennenlernen. Besonders die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort wurde vielfach als wertvollster Eindruck erwartet. 

Die Reise des Hands-on Teams 2026 wird ausführlich dokumentiert. Auf den Social-Media-Kanälen der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen werden wöchentlich Einblicke in den Fortschritt des Projekts, die Arbeit vor Ort und die Erfahrungen der Gruppe veröffentlicht.

Das Treffen endete mit gespannter Erwartung und dem Gefühl, dass in wenigen Wochen eine besondere, prägende Zeit beginnt.

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Hands on

Eine Schule für Mae Sot

Auch 2026 wird das beliebte „Hands-on“-Projekt der Stiftung Deutscher Architekten fortgesetzt. Die Teilnehmer*innen kamen im August zu einem Lehmbau-Workshop zusammen.

22.10.2025

Die jungen Planer*innen lernten bei dem Workshop auch das Team der Stiftung Deutscher Architekten kennen, das sie nach Thailand begleiten wird.
© Architektenkammer NRW

Weiter geht’s! Im Jahr 2026 wird die Stiftung Deutscher Architekten (SDA) bereits zum dritten Mal im Rahmen des Projekts „Hands-on“ nach Mae Sot (Thailand) reisen. Mit einem Team aus jungen Planerinnen und Planern aus Nordrhein-Westfalen wird zum Jahresauftakt dort ein besonderes Projekt realisiert werden: Die Teilnehmenden errichten vor Ort gemeinsam mit lokalen Handwerkern ein Schulgebäude; hauptsächlich aus Lehm und Holz.

Doch vor Mae Sot kam Dortmund. Am 8. August lud die SDA rund 25 Junior-Mitglieder und Absolvent*innen sowie Studierende in das Baukunstarchiv NRW zu einem Workshop ein. Die Veranstaltung diente dazu, praktische Erfahrungen mit dem Lehmbau zu sammeln und in Kurzinterviews die jungen Planerinnen und Planer näher kennenzulernen, denn: Nur 12 Teilnehmer*innen werden Hands-on 2026 begleiten können.

„Wir wollen bauen, wir wollen realisieren – und dazu braucht es Leute, die anpacken können“, sagte Markus Lehrmann, der Geschäftsführer Stiftung Deutscher Architekten, im Rahmen des Workshops. Das Kennenlernen Anfang August diene dazu, eine Gruppe zusammenzustellen, die möglichst interdisziplinär aufgestellt ist und in einem Zeitraum von sechs Wochen das Projekt „Schulbau“ in Thailand realisieren kann, so Lehrmann weiter.

Unterstützt wurde die Veranstaltung in Dortmund von Björn Klug, der bundesweit als Berater für Planer*innen und Bauherren rund um das Thema Lehmbau aktiv ist. Er betreute die verschiedenen Stationen des Hands-on-Workshops; vom Erstellen des Lehmziegels bis zur Arbeit mit Lehmputz. „Es geht darum, den Lehm in die Hand zu nehmen und rauszufinden: Was ist das? Was kann das?“, erklärte Klug – und freute sich über das Interesse der jungen Planer an dem Baustoff.

Die finalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Hands-on 2026 werden im Laufe der kommenden Wochen informiert werden. Auf den Kanälen der SDA und der Architektenkammer NRW sind auch im Vorfeld zu Hands-on 2026 Einblicke in die Projektarbeit zu sehen.

Hands-on 2026 ist ein Projekt der Stiftung Deutscher Architekten in Zusammenarbeit mit Simple Architecture und socialarchitecture e.V. Die fachliche Leitung des Projektes übernimmt Architekt Jan Glasmeier. Mehr Informationen und Einblicke in die vergangenen Projekte finden sich hier.

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Hands on

Bis zum 14. Juli bewerben: Hands-on 2026

Mitanpacken! – Darum geht es bei dem Reisestipendium „Hands-on“ der Stiftung Deutscher Architekten (SDA). Das Projekt richtet sich an junge Planer*innen. Themenschwerpunkte sind das nachhaltige Planen und Bauen mit lokalen Materialien unter Anwendung des tradierten Wissens im Ausland.

10.07.2025

Archivbild: Hands-on 2025 in Mae Sot (Thailand)
© Stiftung Deutscher Architekten

Die Teilnehmenden errichten vor Ort gemeinsam mit lokalen Handwerkern Schulbauten hauptsächlich aus Lehm und Holz. Der Fokus liegt auf dem Einsatz nachhaltiger, lokaler Materialien sowie dem interkulturellen Austausch während des Bauprozesses. „Gefragt sind Eure Motivation, Eure Freude und auch Eure Neugier“, erklärte Sanaz Kashi (Stiftung Deutscher Architekten) im Rahmen einer Online-Informationsveranstaltung am 30. Juni 2025. Denn: Das Projekt geht zum Jahresauftakt 2026 bereits in die dritte Runde. Bei der Online-Veranstaltung wurden Teilnahmevoraussetzungen, Erwartungen an die jungen Planer*innen sowie erste Ausblicke zum vorgesehenen Verlauf für das Projekt 2026 bekannt gegeben.

Bereits in den Jahren 2024 und 2025 hatte die Stiftung Deutscher Architekten junge Planer*innen eingeladen, im Rahmen von „Hands-on“ Schulbauten in Thailand in der Grenzregion zu Myanmar zu realisieren. Auch das Interesse an dem bevorstehenden Projekt ist groß – über 40 Interessierte nahmen an der Informationsveranstaltung Ende Juni teil. Erneut soll ein Schulgebäude in Mae Sot (Thailand) von jungen Nachwuchsarchitekt*innen vor Ort geplant und realisiert werden. – Interessierte können sich bis zum 14. Juli 2025 bewerben.

Erfahrungsberichte und Motivation

„Im Grenzstreifen zu Myanmar hat sich in Mae Sot in Thailand eine besondere Kultur entwickelt“, erklärte Markus Lehrmann (Geschäftsführung SDA) den Teilnehmer*innen der Infoveranstaltung: In dem zum Bürgerkrieg angrenzenden Gebiet leben viele Flüchtlingsfamilien – auch Kinder. Hier bestehe ein großer Bedarf an Schulbauten.

Das Projekt „Hands-on“ stärkt Erfahrungen im Bau mit experimentellen Materialien unter besonderen Bedingungen; aber auch die sozialen Eindrücke sind für viele Teilnehmer*innen prägend. „Wir lernen bei der Arbeit vor Ort viel von den lokalen Helfern und Arbeitern“, berichtete Jan Glasmeier im Rahmen der Infoveranstaltung. Der Architekt aus Gelsenkirchen, der in London lebt und international arbeitet, unterstützt Hands-on in Zusammenarbeit mit der SDA seit Projektbeginn 2024. Glasmeier hat in seiner Laufbahn zahlreiche Lehmbauprojekte realisiert – und begleitet auch Hands-on 2026 als fachliche Leitung. „Man probiert vor Ort vieles aus. Es gibt nur eine grobe Vorplanung“, erklärte Jan Glasmeier weiter. Die Ideenfindung und der Bauprozess vor Ort seien spannende Elemente von Hands-on, die die jungen Planerinnen und Planer aktiv entwickeln sollen.

Wer kann mitmachen?

Weder die Teilnahme an der Infoveranstaltung, noch Erfahrungen Lehmbau sind zwingende Voraussetzungen, um sich für Hands-on 2026 zu bewerben. Wichtig bei dem Projekt sei vor allem „Teamwork“, betonte Sanaz Kashi im Rahmen der Info-Videokonferenz Ende Juni. „Es ist heiß, es ist dreckig, es ist schwer. Da muss man sich als Team aufeinander verlassen können“, berichtete Architektin Kashi. Gleichwohl: „Hands-on ist eine großartige Erfahrung, die süchtig machen könnte!“

Bewerben können sich: Juniorarchitekt*innen sowie Absolventinnen und Studierende aus NRW der Fachrichtungen Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung. Wichtig ist ein kammerfähiger Abschluss. Auch Interessierte kurz vor dem Studienabschluss in NRW sind dazu eingeladen, sich zu bewerben. Möglich ist aber auch, dass entweder eine Hochschule in NRW besucht wurde bzw. wird, oder dass der Wohnsitz der Interessenten in NRW liegt.

Das Projekt findet vom 9. Januar bis 22. Februar 2026 in Mae Sot (Thailand) statt und wird durch ein Reisestipendium der Stiftung Deutscher Architekten ermöglicht. Der Eigenanteil beträgt 350 € und beinhaltet Flug, Unterkunft, Frühstück und Mittagessen, Transfers und Programmpunkte in Bangkok (erstes Reiseziel des Projekts). Abendessen, Freizeitaktivitäten sowie eine verpflichtende Auslandskranken- und Reiserücktrittsversicherung sind selbst zu finanzieren. Bei Nichtantritt sind die vollständigen Reisekosten zu tragen.

Die Bewerbung ist bis spätestens zum 14. Juli 2025 (9.00 Uhr) per E-Mail zu übersenden an hands-on@aknw.de

Erforderlich sind ein Lebenslauf mit Studiennachweis sowie ein Motivationsschreiben (max. 1 Seite A4), aus dem das spezifische persönliche Interesse an der Teilnahme sowie fachliche Kompetenzen und Projekterfahrung hervorgeht. Im Rahmen eines Auswahlverfahrens findet am 8. August 2025 ein Workshop im Baukunstarchiv NRW in Dortmund statt, bei dem die Interessenten gemeinsam ein Lehmbauprojekt umsetzen werden. Rückfragen können gestellt werden an: kashi@aknw.de

Hands-on 2026 ist ein Projekt der Stiftung Deutscher Architekten in Zusammenarbeit mit Simple Architecture und socialarchitecture e.V.

Hands-on

Solidarität mit den Betroffenen

Nach dem verheerenden Erdbeben in Myanmar (Burma) sind unsere Gedanken bei den betroffenen Menschen und ihren Familien. Die Stiftung Deutscher Architekten hat in den Jahren 2024 und 2025 mit jeweils zwölf engagierten jungen Planenden in genau dieser Region „Hands-on-Projekte“ durchgeführt.

02.04.2025


© AKNW

Gemeinsam mit Einheimischen aus der Grenzregion Mae Sot haben wir Klassenräume für Kinder aus Myanmar gebaut, und es erfüllt uns mit Trauer, zu sehen, wie diese Region nun von einer Naturkatastrophe heimgesucht wird.

Wir können mitteilen, dass wir in Kontakt mit den dortigen Organisationen stehen. Es ist beruhigend zu wissen, dass unsere Partner vor Ort sicher sind und weiterhin an der Unterstützung der betroffenen Gemeinschaften arbeiten; und auch dass die beiden Schulgebäude ohne Schäden geblieben sind.

Wir möchten unser Mitgefühl und unsere Solidarität mit allen Betroffenen ausdrücken und hoffen auf eine schnelle und umfassende Hilfe für die Menschen in der Region. Wir stehen bereit, unseren Beitrag zu leisten, wo immer es möglich ist.

Foto: Stiftung Deutscher Architekten

Hands-On

Der Planungsnachwuchs packt mit an

Die zweite Runde des Projekts „Hands-on“ der Stiftung Deutscher Architekten, bei dem Nachwuchsplanerinnen und -planer aus Nordrhein-Westfalen ein Selbstbauvorhaben im Ausland realisieren, ist erfolgreich zu Ende gegangen. Erschöpft, aber glücklich und voller neuer Eindrücke kehrten die zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus verschiedenen Fachrichtungen sowie der Leiter des Projekts, Architekt Jan Glasmeier, Ende Februar nach NRW zurück.

17.03.2025

Geschafft: Die Teilnehmer*innen des zweiten „Hands-on“-Projektes der Stiftung Deutscher Architekten posieren vor ihrem Werk.
© Alessandra Esposito

Zuvor hatte die Gruppe sechs Wochen im Norden Thailands verbracht, wo sie in der Grenzregion zu Myanmar eine Schule baulich erweiterte. Ein Projekt, das für die jungen Erwachsenen interkulturelles Lernen erfolgreich mit sozialem Engagement verband. 400 Schülerinnen und Schüler im Alter von drei bis 17 Jahren, die aus Krisenregionen in Myanmar flüchten mussten, verfügen jetzt über vier neue Klassenräume zum Lernen und Leben. Und die Absolventinnen, Junior- Mitglieder der AKNW sowie Nachwuchs- Planerinnen profitierten von reichlich Erfahrung mit so ganz anderen Planungs und Bau- Bedingungen als hierzulande – und nahmen jede Menge Erkenntnisse zu traditionellen und ökologischen Bauweisen sowie neue Perspektiven für sich mit.

Im Jahr 2024 hatte die Stiftung Deutscher Architekten dem Planungs-Nachwuchs aus NRW zum ersten Mal die Gelegenheit geboten, im Rahmen eines Reisestipendiums an einem Selbstbauprojekt teilzunehmen. Wie schon im vergangenen Jahr führte es die Gruppe um Jan Glasmeier, Inhaber des Architekturbüros Simple Architecture (London/Gelsenkirchen), wieder nach Thailand. Grund war, dass die geknüpften Kontakte weiter genutzt werden konnten. Denn die Stiftung Deutscher Architekten wollte sicher sein, mit ihrem Vorhaben auf erfolgreichen Fundamenten aufzubauen.

„Wir haben uns wieder für Thailand entschieden, weil wir hier ein Projekt gefunden haben, mit dem wir uns in bestehende
Strukturen einbinden konnten“, erläutert Markus Lehrmann, Geschäftsführer der Stiftung Deutscher Architekten. Die für das Projekt ausgewählte Schule in Mae Sot habe über Jahre bewiesen, dass sie vielen zum Teil ohne Eltern geflüchteten Kindern neue Perspektiven und vor allem Bildung bieten kann. „Wir wollen mit unserem Gebäude einen kleinen Anteil dazu beitragen, dass es weitergeht“, so Lehrmann.

Das zweite „Hands-on“-Projekt startete Mitte Januar, zunächst mit dem Kennenlernen des Ortes und der Gegebenheiten. „Wir hatten keinen konkreten Entwurf in der Tasche, auch noch keine Entwurfsidee. Wir haben hier von Grund auf angefangen, mit dem Aufmaß, Höhenunterschiede des Geländes ermitteln, erste Vordimensionierung abstecken“, berichtet Teilnehmer Jonathan Wiedemann. Architekt Jan Glasmeier erläutert, dass es im Vorfeld bewusst keine konkrete Aufteilung der Aufgaben gegeben habe. Das ist das Prinzip der „Hands-on“- Projekte: „Es sollen sich je nach Talent, Neigung und Interessen Gruppen zusammenfinden, die Aufgaben übernehmen, planen und umsetzen.“

Besonders war für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Kontakt zu den örtlichen Fachleuten und lokalen Handwerkern, die in die regionale Bauweise einführten und erläuterten, wie vor Ort vorhandene Materialien wie Lehm, Sand, Reishülsen, Tapiokastärke, Eukalyptus, recyceltes Holz und Metall eingesetzt werden. „Nicht wir sind hierher gekommen und haben Menschen vor Ort die Welt erklärt. Es war genau umgekehrt. Wir haben viel gelernt“, so Markus Lehrmann.

So wurden 3750 Lehmsteine hergestellt, 8,5 Kubikmeter Fundament gegossen und 150 Quadratmeter gebrannte Ziegel für den Boden verlegt. Am Ende war natürlich alles Teamarbeit – von der Theorie bis zur Praxis: „Zum Entwurf der Fassade haben wir uns an einem Abend alle zusammengesetzt, unsere Skizzen zusammengetragen und dann geschaut, wie man daraus eine gemeinsame Version entwickeln kann“, erinnert sich Teilnehmerin Leonie Beisler. Mitstreiterin Anna Schmidt berichtet: „Es gab aber auch immer mal wieder Phasen, in denen wir direkt auf der Baustelle Ideen und Entwürfe einfach ausprobiert haben – und vor Ort dann überlegt haben, wie es noch besser gehen könnte.“

Im Ergebnis ist in den sechs Wochen ein Gebäude mit vier gleichgroßen Klassenräumen entstanden, die über eine überdachte Veranda miteinander verbunden sind. Jede Fassadenseite wurde den Gegebenheiten im Gelände individuell angepasst, wodurch ein sehr simples, smartes Gebäude mit verschiedenen Öffnungen und Raumhöhen von bis zu 3,70 Meter entstanden ist. Es misst zehn Meter in der Breite und 18 Meter in der Länge, während die Dachfläche aufgrund des Dachüberstands 240 Quadratmeter umfasst.

Sechs Wochen Arbeit in einer Krisenregion – das hat die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des „Hands-on“-Projektes auch betroffen gemacht. Angesichts der schwierigen Lebensbedingungen der Schülerinnen und Schüler, die vor Ort zum Teil auch Obdach finden, initiierten die jungen Planer*innen parallel eigenständig eine Spendenaktion, um die Schlafräume der Kinder zu verbessern. Dank einer Spende des „Old Table Düsseldorf“ konnten zudem Tanks zur Wasserversorgung installiert, neue Tafeln angeschafft, das WC-Häuschen renoviert und Strom in die Klassenräume verlegt werden.

So ist ein bemerkenswertes Projekt entstanden, mit dem sowohl die Nutzer als auch die Teilnehmenden voll zufrieden sind. Junior-Architekt Kai Giesler bringt es auf den Punkt: „Es war eine sehr intensive Zeit, und wir sind stolz auf das, was wir hier geschafft und gelernt haben.“

FÖRDERPREIS

Förderpreis 2025: Preisverleihung im April

Zum 20. Mal verleiht die Stiftung Deutscher Architekten in diesem Jahr ihren Förderpreis. Ausgezeichnet  werden begabte Nachwuchsplanerinnen und Nachwuchsplaner, die im Jahr 2023 oder 2024 ein Studium der Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur oder Stadtplanung abgeschlossen haben. Die Preisverleihung findet am Donnerstag, 10. April 2025, im Baukunstarchiv in Dortmund statt.

03.02.2025


© SDA

44 teilnahmeberechtigte Bewerbungen sind während der Bewerbungsphase Ende 2024 bei der Stiftung eingegangen. Die Kandidat*innen wurden von ihren Hochschullehrerinnen und Hochschullehrern für den Förderpreis aufgrund ihrer Leistung in ihren Bachel- und Masterarbeiten vorgeschlagen. Insgesamt ist das Auszeichnungsverfahren mit 16.000 Euro dotiert. Die Arbeiten begutachtet eine Jury, die darüber entscheidet, wie viele und welche der Arbeiten besonders preis- oder anerkennungswürdig sind. Da die Entscheidung erst kurz vor der Preisverleihung fällt und das Ergebnis erst während der Veranstaltung bekannt gegeben wird, verspricht der Tag für alle Teilnehmenden viel Spannung.
 
20. Verleihung des Förderpreises der Stiftung Deutscher Architekten, Donnerstag, 10. April 2025, ab 19.00 Uhr, Baukunstarchiv NRW, Ostwall 7, 44135 Dortmund. Anmeldung bis 6. April 2025.

Einladung (PDF)

zur Anmeldung

hands-on

Interkulturelles Lernen und soziales Engagement

Die Stiftung Deutscher Architekten (SDA) hat ihr zweites Hands-on-Projekt erfolgreich gestartet: Zwölf engagierte Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind Anfang Januar zu einem Selbstbauvorhaben nach Thailand aufgebrochen. Das Team besteht aus Absolvent*innen sowie Studierenden der Fachrichtungen Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung aus Nordrhein-Westfalen. Die Teilnehmer*innen des Reisestipendiums waren im Vorfeld im Rahmen eines Auswahlverfahrens der SDA auf Basis ihrer fachspezifischen Kenntnisse und Motivationen ausgewählt worden.

24.01.2025

Foto: Oliver Giebels / socialarchitecture e.V.

Mit dem Format „Hands-on“ bietet die Stiftung Deutscher Architekten jungen Planerinnen und Planern die Chance, im Ausland in Zusammenarbeit mit erfahrenen Architekt*innen sowie lokalen Arbeitskräften ein Bauprojekt zu planen – und dann auch konkret zu realisieren; mit viel Eigenleistung und großen Lernfortschritten durch die Projektarbeit vor Ort. Themenschwerpunkt im thailändischen Ort Mae Sot ist das nachhaltige Planen und Bauen mit lokalen Materialien und unter Anwendung tradierten Wissens.

Einfach und lokal bauen

„Das Besondere an diesem Projekt ist: Es ist kein großes Management Im Vorfeld da, sondern es wird auf der Baustelle überlegt, was zu tun ist. Und erst dann finden sich – je nach Talent, Neigung und Interesse – Gruppen zusammen, die an verschiedenen Aufgaben arbeiten“, erklärte Markus Lehrmann, Geschäftsführer der Stiftung Deutscher Architekten, zu Beginn des Reisestipendiums. Auch der Gelsenkirchener Architekt Jan Glasmeier, der mit seinem Büro „Simple Architecture“ für die Projektleitung verantwortlich ist, unterstrich den interdisziplinären Ansatz des Projekts: „Die Teilnehmer werden gleich zu Beginn auf der Baustelle in den Entwurf und in die Entwurfsphase einbezogen.“

Bis Ende Februar planen und bauen die Teilnehmer*innen des diesjährigen Hands-on-Projekts Klassenräume in Mae Sot – einer Stadt im Norden Thailands, an der Grenze zu Myanmar/Burma. Das Projekt vernetzt praktisches Lernen, den interkulturellen Austausch und soziales Engagement und knüpft an Erfahrungen des ersten Hands-on-Projektes 2024 der SDA an, das sich ebenfalls unter Leitung von Jan Glasmeier mit Schulbauten in Thailand auseinandersetzte.

Auftakt in Bangkok

Vor Planungs- und Baubeginn in Mae Sot nahmen die Teilnehmer*innen des Reisestipendiums Anfang Januar an einer Architekturführung durch baukulturell besonders interessante Quartiere in Bangkok teil. Auch bereisten sie die „grüne Lunge“ Thailands: die Halbinsel Bang Kachao, eine Grünfläche mit üppigen Baum- und Pflanzenbeständen. Die Exkursion rund um Thailands Hauptstadt gab Einblicke in die dortige Baukultur und förderte zudem den politischen Austausch. So wurden die Teilnehmer*innen zu einem Empfang in der Deutschen Botschaft in Bangkok eingeladen, die ihrerseits großes Interesse an dem Hands-on-Projekt 2025 kundtat und eine Besichtigung des Bauprojektes in Mae Sot ankündigte.

Die Teilnehmer*innen in der Deutschen Botschaft.- Foto: Malek Rezkou (Teilnehmer Hands-on)

Schulbau in Mae Sot

Der Schwerpunkt des Hand-on-Projekts liegt in diesem Jahr auf der Erweiterung einer Schule, die Flüchtlingskindern aus Myanmar/Burma Zugang zu Bildung und Zukunftsaussichten bietet: Vier neue Klassenräume sollen realisiert werden. „Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden beim Planen und Bauen dieser Räume mit Materialien wie Lehm, Bambus und recyceltem Holz arbeiten“, erklärte Projektleiter Jan Glasmeier (Simple Architecture). Dieser Ansatz solle sowohl ökologische als auch kulturelle Aspekte berücksichtigen. „Lehm ist ein nachhaltiges Material, mit dem man sehr gut und schnell vor Ort bauen kann – und tolle Ergebnisse erzielen kann“, so Glasmeier weiter.

Die Schule in Mae Sot, die derzeit knapp 400 Kinder im Alter von 3 bis 17 Jahren betreut, ist ein zentraler Ort für Bildung und Gemeinschaft. Viele der Kinder leben ohne ihre Eltern; teilweise übernachten sie auf dem Schulgelände oder in unmittelbarer Nähe in einfachen Bauten. Angesichts der anhaltenden Konflikte in Myanmar/Burma steigt die Zahl der Flüchtlinge im Grenzgebiet auf thailändischer Seite kontinuierlich an, was den Bedarf an Bildungs- und Lebensräumen dringlich macht. Mit dem Hands-On-Projekt will die Stiftung Deutscher Architekten auch dazu beitragen, dass vor Ort zusätzliche Räume geschaffen werden, die den Bedürfnissen der Kinder und Lehrer gerecht werden.

„Uns wird die Welt hier von lokalen Bewohnerinnen und Bewohnern gezeigt und erklärt“, erklärte SDA-Geschäftsführer Markus Lehrmann nach Baustart auf der Baustelle. „Die Teilnehmenden des Hands-on-Projekts erleben dadurch neue Perspektiven und können eine Menge lernen – und später mit zurücknehmen.“

Baustart. – Foto: Oliver Giebels / socialarchitecture e.V.

Herausforderungen und Einblicke

Das Hands-on-Format der Stiftung Deutscher Architekten ist ein Beispiel dafür, wie Architektur über Disziplinen hinweg Menschen verbindet, Lebensräume schafft und soziale Verantwortung übernimmt. Die Förderung von Baukultur, Bildung, Nachwuchs und nachhaltigem Bauen ist das Hauptziel der Projekte und Reisestipendien der Stiftung.

Weitere Einblicke zu Baufortschritten sowie Herausforderungen von Hands-on 2025 finden Sie auf den sozialen Medien der Architektenkammer NRW sowie hier.

Foto: Stiftung Deutscher Architekten

weiterführende links

Website „socialarchitecture e.V.“: www.social-architecture.de
Instagram-Kanal „socialarchitecture e.V.“: www.instagram.com/socialarchitecture_e.v

Hands-on

Hands-on-Projekt 2025 startet

Das Projekt „Hands-on“ der Stiftung Deutscher Architekten (SdA) geht in die zweite Runde. Nachdem das erste Projekt in Thailand äußerst erfolgreich durchgeführt worden war, bewarben sich bis zum Sommer 108 Bewerberinnen und Bewerber für das zweite Selbstbauprojekt der SdA.

27.12.2024

Auftakttreffen zu „Hands-on 2025“ Anfang November.
© Foto: Stiftung Deutscher Architekten

Nach einem aufwändigen Auswahlverfahren wurden zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewählt, die im Januar 2025 mit einem Reisestipendium der Stiftung Deutscher Architekten am „Hands-on“-Projekt im thailändischen Mae Sot teilnehmen können.

Die ausgewählte Gruppe aus Studierenden, Absolventinnen und Absolventen sowie Juniormitgliedern der AKNW traf sich am 7. November zum ersten Mal in der Architektenkammer NRW, um sich vor der sechswöchigen Exkursion besser kennenzulernen.

Markus Lehrmann, Geschäftsführer der SdA, begrüßte die Gruppe und stellte die Arbeitsweise und Formate der Stiftung vor. Architekt Jan Glasmeier (Simple Architecture), der bereits das erste Hands-on-Projekt begleitet hatte, präsentierte das neue, ebenfalls im thailändischen Mae Sot an der Grenze zu Birma/Myanmar stattfindende Vorhaben. Auf einem neuen Grundstück wird das Team die bestehende Huay-Ka-Loke-Schule umbauen und mit recycelten Materialien erweitern, um den wachsenden Schülerzahlen gerecht zu werden.

Drei ehemalige Teilnehmende berichteten über ihre Erfahrungen und Erlebnisse aus dem letzten Hands-on-Projekt 2024, um das neue Hands-on-Team bestmöglich auf die Reise und die Arbeit vorzubereiten. Nach einer kurzen Einführung zur Situation in Birma erzählten sie von ihren Erlebnissen auf der Baustelle. Ihre Geschichten über die gemeinsame Arbeit und die Herausforderungen vor Ort weckten die Vorfreude auf das kommende Projekt. Sie schafften es, die neue Gruppe mit auf die Reise zu nehmen und die besondere Atmosphäre und Bedeutung des „Hands-on-Projekts“ zu vermitteln.

Nach der Projektvorstellung folgten organisatorische Informationen: Die Teilnehmenden wurden über das Rahmenprogramm in Bangkok und die Arbeitsweise auf der Baustelle informiert. Den Abend ließ die Gruppe entspannt bei Gesprächen und Informationsaustausch in der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen ausklingen. Mehr Informationen zum Projekt finden Sie hier.