hands-on

Jetzt informieren: Hands-on 2027

Das Hands-on-Projekt der Stiftung Deutscher Architekten geht in die vierte Runde. Auch im kommenden Jahr führt die Stiftung Deutscher Architekten (SDA) ihr erfolgreiches Format fort – mit dem Ziel, dem Berufsnachwuchs Planungspraxis unter realen Bedingungen und über die Grenzen Europas hinaus unmittelbar erfahrbar zu machen. Jetzt für die Online-Informationsveranstaltung am 9. Juni 2026 anmelden!

30.04.2026

Das Projekt fand auch in den vergangenen Jahren in Thailand statt.
© Stiftung Deutscher Architekten (Archivbild 2025)

Fokus: Nachhaltiges Planen und Bauen mit lokalen Ressourcen

Im Mittelpunkt des Projekts stehen nachhaltiges Bauen mit lokal verfügbaren Materialien sowie der Einsatz traditioneller Bauweisen und Techniken. Die Teilnehmenden gewinnen dabei nicht nur Einblicke in andere kulturelle und klimatische Kontexte, sondern erleben auch, wie ein Projekt in einer intensiven Arbeitsphase vor Ort – in enger Zusammenarbeit mit lokalen Handwerkern – von der Planung bis zur Umsetzung aktiv mitgestaltet wird.

Projekt 2027: Räume für geflüchtete Kinder und Frauen in Mae Sot

Auch das vierte Hands-on-Projekt widmet sich dem Bau für geflüchtete Kinder und Frauen aus Myanmar in Mae Sot, Thailand. In enger Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro „Simple Architecture“ von Jan Glasmeier werden engagierte Teilnehmende gesucht, die nicht nur entwerfen, sondern auch praktisch mit anpacken möchten. Vor Ort wird das Projekt zudem von dem Verein „socialarchitecture e.V.“ unterstützt.

Mitmachen – wer kann sich bewerben?

Vom 13. Januar bis 21. Februar 2027 bietet die Stiftung engagierten Absolventinnen und Absolventen, Juniorarchitektinnen und -architekten sowie fortgeschrittenen Studierenden der Fachrichtungen Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung die Möglichkeit, Teil des Projekts zu werden. Voraussetzung ist ein kammerfähiger Studienabschluss in Nordrhein-Westfalen oder – bei einem Studienort in einem anderen Bundesland – ein Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen.

Online-Infoveranstaltung

Alle Interessierten sind herzlich zur digitalen Informationsveranstaltung am Dienstag, den 9. Juni 2026 um 18:00 Uhr (online) eingeladen. Architekt Jan Glasmeier stellt das Projekt, die örtlichen Rahmenbedingungen und Herausforderungen vor. Im Anschluss informiert die SDA-Geschäftsstelle über Teilnahmevoraussetzungen, Kosten und den Bewerbungsprozess.

Anmeldung zur Infoveranstaltung bis zum 8. Juni 2026 unter: hands-on@aknw.de. Nach Anmeldung erhalten Sie die Zugangsdaten per E-Mail. Weitere Informationen zum Projekt gibt es hier auf der Website der SDA.

Auswahlverfahren

Im Auswahlverfahren ist die verbindliche Teilnahme an einem Lehmbau-Workshop am 5. August 2026 vorgesehen. – Die Bewerbung zum Projekt ist bis spätestens zum 29. Juni 2026 (09:00 Uhr) per E-Mail an hands-on@aknw.de zu senden. Erforderlich sind ein Lebenslauf sowie ein Motivationsschreiben (max. eine Seite A4), in dem Motivation, fachliche Kompetenzen und Projekterfahrungen dargelegt werden.

    Alle Anforderungen und mehr dazu können Sie auch im Flyer (PDF: Download) nachlesen.

    Über uns

    40 Jahre Einsatz für Baukultur und Nachwuchsförderung

    Seit vier Jahrzehnten fördert die Stiftung Deutscher Architekten (SDA) die Baukulturvermittlung im Land Nordrhein-Westfalen: durch Stipendienangebote, Förderpreise sowie durch Workshops für den Architekturnachwuchs. Die Stiftung wurde 1985 als gemeinnützige Einrichtung von der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen gegründet. Am 13. März 2026 wurde das 40-jährige Bestehen der SDA mit einem Fest in der Architektenkammer NRW im Düsseldorfer Medienhafen gefeiert.

    20.03.2026

    Impression vom Festakt anlässlich 40 Jahren Stiftung Deutscher Architekten in der Geschäftsstelle der Architektenkammer NRW in Düsseldorf.
    © Ingo Lammert

    „Die Stiftungsarbeit zielt insbesondere darauf ab, den Berufsnachwuchs zu fördern“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der SDA, Ernst Uhing. Ein wichtiger Auftrag der Stiftung sei es, junge Planerinnen und Planer auf dem Weg in den Beruf zu inspirieren und konkret in ihrer Entwicklung zu fördern. Dazu bietet die SDA unter anderem Stipendienprogramme sowie verschiedene regionale und internationale Projekte. Mit der Projektreihe „Think-on“ werden Bauaufgaben theoretisch und in der Entwurfspraxis vertieft – regelmäßig angeregt durch die Architekturbiennale in Venedig. Mit den „Hands-on“-Projekten in Thailand haben junge Architektinnen und Architekten sowie Nachwuchskräfte bereits dreimal Schulräume für Flüchtlingskinder geplant und innerhalb des Projektrahmens von sechs Wochen realisiert.

    Der Festakt in Düsseldorf gab Einblicke in die vielfältige Stiftungsarbeit, auch zu realisierten Forschungsergebnissen und Projekten der letzten 40 Jahre. Dazu gehören „Sommerseminare“, Doktoranten-Stipendien, Kooperationsprojekte mit Hochschulen sowie eine Beteiligung als Gesellschafterin am Baukunstarchiv NRW, das 2018 in Dortmund eingerichtet wurde und sich mit der wissenschaftlichen Bearbeitung und Archivierung von Architektur-Nachlässen beschäftigt.

    Markus Lehrmann, Geschäftsführer der Stiftung Deutscher Architekten, betonte im Rahmen der Veranstaltung in Düsseldorf, dass die Arbeit der SDA auch in den kommenden Jahren weiterhin den Nachwuchs inspirieren soll. „Unsere Arbeit geht aber darüber hinaus: Vielen Projekte der Stiftung Deutscher Architekten entwickeln Strahlkraft für den gesamten Berufsstand und belegen, dass Architekturschaffende einen wichtigen sozialen Beitrag zu unserer Gesellschaft leisten.“

    Zum Jubiläum ist eine Publikation erschienen, die Einblicke in verschiedene Projekte der Stiftungsarbeit gibt. Kostenfreie Bestellung gerne unter info@aknw.de.

    ÜBER UNS

    Vom „Startup“ zur leistungsfähigen Förderinstitution

    Nachwuchsförderung ist eine der besten Investitionen in die Zukunft! – Ausgehend von dieser Überzeugung begann vor ziemlich genau 40 Jahren in Düsseldorf die Geschichte der Stiftung Deutscher Architekten.

    12.03.2026

    Ein Bild aus den Anfangstagen der Stiftung: Hermannjosef Beu (links) und Nikolaus Rosiny (rechts) verliehen den ersten Förderpreis der Stiftung Deutscher Architekten. Mit der Durchführung des Preisverfahrens begann die Stiftungsarbeit 1986.
    © AKNW-Archiv

    „Dem Berufsnachwuchs eine Perspektive eröffnen; Architektur, Baukultur und das Bauwesen fördern“ – das waren die Ziele, die die damaligen Präsidenten und -Vizepräsidenten der Architektenkammer NRW Hermannjosef Beu, Nikolaus Rosiny und Karl-Heinz Volkmann ihrem Architektenparlament vortrugen, als sie 1985 vorschlugen, eine gemeinnützige Einrichtung der Kammer zu gründen. Die Vertreterversammlung (VVS) der AKNW folgte dem gerne. So konnte zu Beginn des Jahres 1986 die Stiftung Deutscher Architekten ihre Arbeit aufnehmen.

    Erfolgsgeschichte Förderpreis

    Das tat sie direkt mit einem konkreten Förderprojekt. Schon 1986 wurde der „Förderpreis“ ausgelobt. Besonders begabte Absolventinnen und Absolventen der Studiengänge Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung aus NRW wurden aufgerufen, sich auf Empfehlung ihrer Hochschule mit ihren Entwurfsleistungen dem Vergleich zu stellen. Ein Angebot, dem eine ganze Reihe junger Planer*innen direkt folgte. So konnten am 11. März 1987 in der Düsseldorfer Tonhalle erstmals drei Förderpreise und neun Anerkennungen an junge Planerinnen und Planer für außergewöhnliche Entwurfsleistungen vergeben werden.

    Mit dem Förderpreis fing also alles an. Und der Förderpreis ist bis heute die Erfolgsgeschichte der Stiftung Deutscher Architekten. Auch 40 Jahre später wird er weiterhin im zweijährigen Rhythmus vergeben. Er ist inzwischen mit 16.000 Euro dotiert, und er erfreut sich einer wachsenden Teilnehmerzahl.

    „Der Förderpreis ist ein Spiegel der Leistungsfähigkeit der nordrhein-westfälischen Hochschulausbildung“, sagt Ernst Uhing, Präsident der AKNW und Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutscher Architekten. Zusätzlich habe die Stiftung mit dem Förderpreis ein Vehikel gefunden, das transportiert, was den Planungsnachwuchs beschäftigt. Das läuft seit einigen Jahren auf die immer gleiche Frage zu: Wie kann mit möglichst geringem ökologischem Fußabdruck zukunftsgewandte Architektur in anspruchsvollem Städtebau gelingen?

    „Die junge Generation steht heute vor gewaltigen Herausforderungen: umweltgerecht zu planen, auf den Klimawandel zu reagieren, gewaltige Sanierungsbedarfe zu bewältigen und die soziale Integrationskraft von Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung zu stärken“, sagt Ernst Uhing. Umso wichtiger sei es, hochqualifizierte junge Kolleginnen und Kollegen für den Berufsstand zu gewinnen und zu motivieren.

    Stiftungsarbeit um die ganze Welt

    Die Stiftung Deutscher Architekten bietet einen Resonanzraum für die Themen und Ideen des Nachwuchses. Das begann schon in den 90er Jahren, als die Stiftung mit ihren Sommerseminaren in ihre Workshop-Arbeit einstieg. Dabei setzten sich Studierende und Absolvent*innen der Architektur- und Planungsfakultäten in NRW immer wieder mit konkreten Planungsaufgaben im Land auseinander, suchten Lösungen für konkrete Problemstellungen und Herausforderungen. Unterstützt wurden sie von erfahrenen Berufskollegen, die die meist mehrtägigen Workshops begleiteten und ihre Erfahrung in der praktischen Arbeit weitergaben.

    Diese Art Projektangebot, das als Bindeglied zwischen Forschung, universitärer Ausbildung und Berufspraxis gedacht war, gibt es bis heute. Es heißt heute nur anders und führt die jungen Kolleginnen und Kollegen inzwischen in andere Planungsdimensionen und in die ganze Welt. Aus den anfänglichen regionalen Sommerseminaren wurden „Internationale Workshops“, die nach Astana, in den Oman oder nach Italien führten. Inzwischen denken die jungen Planerinnen und Planer unter dem Label „Think-On“ workshopmäßig weiter.

    Das Prinzip ist dabei ähnlich wie am Anfang: Es geht um die Auseinandersetzung mit Planungsaufgaben vor Ort, um neue Ideen und immer um den Umgang mit Architektur und Baukultur in anderen Regionen. Seit 2024 ist ein praktisch angelegtes „Design-and-Build“-Workshopangebot hinzugekommen. Unter dem Motto „Hands-On“ ist im Jubiläumsjahr zum dritten Mal eine Gruppe junger Planer*innen aus NRW nach Mae Sot/Thailand gereist, um vor Ort unter Anleitung eines erfahrenen Architektenteams und gemeinsam mit lokalen Fachkräften Schulgebäude für Kinder zu errichten. Der Planungsnachwuchs packt also auch mit an, knüpft weltweit Netzwerke – und erlebt gleichzeitig Dinge, die ein Leben lang prägen.

    Promotion fördern

    Doch nicht nur Förderpreisgewinnerinnen und -gewinner sowie Workshop-Teilnehmende profitieren von der Arbeit der Stiftung Deutscher Architekten. Seit dem Jahr 2008 unterstützt die Stiftung Promotionsvorhaben auf den Gebieten der Architektur und der Stadtplanung. „Das Studium der Architektur an deutschen Hochschulen konzentriert stark auf den Entwurf. Theoretische und wissenschaftliche Aspekte finden weniger Beachtung“, lautete seinerzeit die Analyse. Um hier auch das Feld der wissenschaftlichen Forschung zu stärken, wurden die Promotionsstipendien entwickelt und inzwischen in acht Fällen vergeben.

    Ein Ort der Baukultur in Dortmund

    Auf dem Gebiet der Baukulturforschung ist auch das Projekt Baukunstarchiv NRW zu sehen. Was geschieht mit den Nachlässen von Architekten und Planern, mit den Skizzen und Entwürfen, Zeichnungen, Modellen, Berechnungen und Schriftstücken aus der Planungspraxis? Wie soll das Schaffen von Generationen überliefert werden, die das Planungs- und Baugeschehen im Lande prägen und geprägt haben? Diese Fragen hat die Stiftung seit 20 Jahren immer wieder gestellt und sich konkret für den Erhalt eingesetzt, indem entsprechende Netzwerke geknüpft wurden.

    Ende 2008 wurde ein Konzept für die Realisierung eines Baukunstarchivs NRW präsentiert  – eines Archivs, das Architekten und Ingenieurnachlässe von überregionaler Bedeutung sammelt und öffentlich zugänglich macht. Ein Archiv, das ein Ort der Baukultur mit Forschung, Ausstellungen und Begegnungsmöglichkeiten werden sollte. 2018 wurde das Baukunstarchiv NRW in Dortmund im ehemaligen Museum am Ostwall in Dortmund gegründet. Träger sind neben der Stiftung Deutscher Architekten, die Architektenkammer NRW, die Ingenieurkammer Bau und der Förderverein für das Baukunstarchiv NRW e. V. Das Haus hat an sechst Tagen in der Woche geöffnet und zeigt regelmäßig Ausstellungen mit Architekturbezug.

    Vier Dekaden Stiftungsarbeit

    40 Jahre Stiftung Deutscher Architekten – dieses Jubiläum wird in diesem Jahr nicht nur gefeiert. Es ist auch ein Anlass für ein Resümee: „Vier Dekaden Stiftungsarbeit bedeuten eine Entwicklung von einem ‚Startup‘ zu einer leistungsfähigen Förderinstitution“, blickt Markus Lehrmann, Geschäftsführer der Stiftung Deutscher Architekten zurück.

    Kern der Aktivitäten der Stiftung Deutscher Architekten sind heute die Förderung von Wissenschaft und Forschung sowie moderne Projekt- und Workshopangebote, mit denen der Planungsnachwuchs sich mit Architektur und Baukultur in Deutschland und der Welt auseinandersetzt. „Die Stiftung Deutscher Architekten möchte diejenigen fördern, die an der Schwelle zu einer langen und hoffentlich erfüllten beruflichen Laufbahn stehen“, sagt Lehrmann. Das Erfolgsrezept ist bei aller Konstanz auch immer Wandel. Lehrmann: „Die Stiftung hat ihre Angebote und Aktivitäten immer wieder gesellschaftlichen Entwicklungen angepasst. Und mit ihrem Anspruch auf dem Gebiet von Forschung und Wissenschaft genießt sie auch außerhalb der Baukulturszene inzwischen ein hohes Maß an Wertschätzung.“

    Am Freitag, 13.3.2026 fand in der ARCHITEKTENKAMMER.NRW in Düsseldorf ein Festakt zur Feier von 40 Jahre „Stiftung Deutscher Architekten“ statt. zum Bericht

    Think ON

    Venedig neu denken – Publikation zu Think-on 2025

    Wie lässt sich eine Stadt mit jahrhundertealter Geschichte und aktuellen Herausforderungen – darunter Massentourismus, Hochwasser und Stadtflucht – weiterdenken? Diese Frage untersuchten 16 Stipendiatinnen und Stipendiaten der Stiftung Deutscher Architekten im Herbst des vergangenen Jahres im Rahmen eines „Think-on“-Projektes der Stiftung Deutscher Architekten in Venedig. Die Ergebnisse sind nun ist einer ausführlichen Publikation erschienen.

    03.02.2026

    Titel der Dokumentation zur Exkursion von Nachwuchsplaner*innen nach Venedig.
    © AKNW

    Alle zwei Jahre lädt die Stiftung junge Planerinnen und Planer aus Nordrhein-Westfalen dazu ein, sich im Rahmen des Stipendienprogramms „Think-on“ intensiv mit aktuellen Fragestellungen der Architektur auseinanderzusetzen. Der Schwerpunkt des Stipendienprogramms, das im Herbst nach Italien führte, orientierte sich am Thema der Architekturbiennale 2025 in Venedig: „Intelligens. Natural. Artificial. Collective“.

    Im Fokus des international angelegten Studienprogramms stand die Entwicklung von Strategien zur Reaktivierung brachliegender Flächen. Als Beispiel diente die Glasbläserinsel Murano, genauer Sacca Serenella. Das Ziel: Diesen Raum wieder den Menschen vor Ort zurückgeben und dazu architektonische und stadtplanerische Ansätze entwickeln.

    Welche Erkenntnisse und Impulse konnten die jungen Planer*innen erarbeiten? Die ausführlichen Ergebnisse können Sie ab sofort in einer Publikation zu „Think-on 2025“ einsehen. Gerne senden wir Ihnen die Print-Publikation zu, Anforderung unter info@aknw.de.

    Download der Veröffentlichung hier.

    Einblicke und Stimmen der Teilnehmenden finden Sie zudem in einem Video auf dem YouTube-Kanal der Architektenkammer NRW.

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    Hands-on

    Jan Glasmeier über das Bauen für Flüchtlingskinder in Thailand

    Mae Sot, die Grenzstadt im Nordwesten Thailands, direkt an der Grenze zu Burma. Ein Ort, an dem Menschen aus unterschiedlichen Herkünften, Religionen und Kulturen zusammenkommen. Die Umgebung ist geprägt von Reisfeldern, Hügeln, einfachen Dörfern und staubigen Straßen. Ein Beitrag von Jan Glasmeier.

    22.01.2026

    Das Hands-on-Team errichtet aktuell mit Jan Glasmeier (obere Reihe, ganz rechts) von „simple architecture“ in Mae Sot ein Schulgebäude. – Foto: Christof Rose / AKNW
    © Christof Rose / Architektenkammer NRW

    Die Menschen sind aus unterschiedlichen Gründen hier. Viele sind vor den Kampfhandlungen in Burma geflüchtet; Soldaten der ethnischen Armeen kommen hierhin, um sich zu erholen, Verletzte werden in den Krankenhäusern behandelt. Mae Sot it eine Transitstadt, aber auch ein Ort, in dem Menschen einander helfen. 

    Nun sitze ich wieder hier, im Hof der „Ah Yoon Oo“-Schule, einem der besonderen Orte in dieser Stadt, zu ich zurückgekehrt bin. In einer der vielen Schulen, zu denen ich eine starke Verbindung habe. Die Schule wurde von der Hilfsorganisation „Help without Frontiers“ errichtet. Auch an dieser Schule sind die Räume mittlerweile zu klein, die Zahl der Flüchtlinge aus Burma wächst stetig. 

    Auch dieses Mal bauen wir mit jungen Planerinnen und Planern aus Nordrhein-Westfalen und dem Hands-on-Projekt der Stiftung Deutscher Architekten weitere Schulräume, damit den Kindern die Möglichkeit einer guten Bildung und ein Stück „Normalität“ geboten werden kann. Für geflüchtete Kinder in Mae Sot ist eine Schule nicht selbstverständlich. Sie ist ein geschützter Raum, ein Ort der Stabilität. Jeder zusätzliche Klassenraum bedeutet mehr Zeit zum Lernen, mehr Ruhe, mehr Chancen.

    Unser Ziel ist es, in einem partizipativen Prozess mit der örtlichen Gemeinschaft Räume zu entwickeln, die einfach, funktional und kostengünstig sind. Die Menschen hier haben faktisch keinen Zugang zu Architektur. Es fehlt vor allem an Geld, Ressourcen und der Möglichkeit, zu arbeiten. 

    Auch Hilfsorganisationen, die unverzichtbare Arbeit leisten, errichten oft reine Funktionsbauten. Mit wenigen tausend Euro lassen sich hier aber auch Schulräume schaffen, in denen Kinder über Jahre hinweg gut lernen können.

    Mit meinem Büro „simple architecture“ habe ich in dieser Region einen Krankenhauscampus und dreißig Schulprojekte realisiert, meist in enger Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen. Jedes Projekt ist anders, aber alle folgen derselben Überzeugung: Gute Architektur darf kein Privileg sein. 

    Die Offenheit und Gastfreundschaft der Menschen hier berühren mich jedes Mal aufs Neue. Wir arbeiten eng mit lokalen Arbeitskräften zusammen, und oft sind es sie, von denen wir am meisten lernen. Wir bauen mit Bambus, recyceltem Teakholz und vor allem mit sonnengetrockneten Lehmziegeln – eine traditionelle Technik in Thailand. Viele der Menschen, mit denen ich hier arbeite, sind über die Jahre zu Freunden geworden.

    Wenn ich die Kinder sehe, wie sie in diesen geschützten Räumen spielen, lernen und lachen, wird mir klar, warum wir all das tun. Ihr Lachen ist leicht, ehrlich und ansteckend. Es ist unsere tägliche Motivation, weiterzumachen.

    Zur Person:
    Jan Glasmeier, Architekt aus Gelsenkirchen, gründete 2016 in Bangkok das Büro Simple Architecture, mit dem er nachhaltige Architektur mit sozialem Anspruch realisiert; häufig kooperativ mit Hilfsorganisationen und lokalen Akteur*innen. Im Januar/Februar 2026 realisierte Glasmeier mit der Stiftung Deutscher Architekten bereits zum dritten Mal ein „Hands-on“-Projekt für junge Planer*innen aus NRW in Thailand.

    Hands on

    Hands-on geht in die dritte Runde

    Spürbare Aufbruchstimmung und Vorfreunde lagen am 17. November in der Architektenkammer NRW in der Luft: Die zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Hands-on Teams 2026 trafen erstmals zusammen – eine engagierte Gruppe aus Studierenden, Absolventinnen und Absolventen sowie jungen Architekt*innen verschiedener Fachrichtungen aus ganz NRW. Ziel des Treffens war es, sich kennenzulernen und gemeinsam einen Ausblick auf die sieben Wochen zu bekommen, die das Team im kommenden Jahr in Mae Sot, Thailand verbringen wird.

    08.01.2026


    © Lea Thormeyer / Architektenkammer NRW

    Die Reise beginnt am 9. Januar 2026. Bis zum 22. Februar werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort in enger Zusammenarbeit mit lokalen Arbeitskräften aus recycelbaren und möglichst nachhaltigen Materialien mehrere neue Klassenräume an einer Schule für geflüchtete Kinder aus Burma errichten. Das Projekt verbindet architektonisches Know-how, praktische Arbeitserfahrung und einen starken sozialen Anspruch.

    Die Finalgruppe von zwölf Personen wurde von der Stiftung Deutscher Architekten (SDA) in einem mehrstufigen Auswahlprozess ermittelt. Insgesamt hatten sich 106 Interessierte beworben; rund 30 Bewerberinnen und Bewerber wurden im Sommer zu einem Vorauswahl-Workshop ins Baukunstarchiv NRW in Dortmund eingeladen. Dort fand ein intensiver Lehmbaustoff-Workshop mit Björn Klug (Conluto – Vielfalt aus Lehm) statt. Nach ausführlichen Gesprächen mit dem SDA-Team sowie dem Projektarchitekten Jan Glasmeier und kleineren praktischen Übungen wurde schließlich die Gruppe für Hands-on 2026 zusammengestellt.

    Nach einer thematischen Einführung in das Kammerwesen stellte Markus Lehrmann, Geschäftsführer der Stiftung Deutscher Architekten, die Arbeitsweise und Formate der Stiftung vor. Anschließend gab Jan Glasmeier einen Einblick in das bevorstehende Vorhaben in Mae Sot und erläuterte die geplanten Bauaufgaben.

    Um das neue Hands-on Team bestmöglich auf die kommenden Wochen vorzubereiten, berichteten zudem zwei ehemalige Teilnehmerinnen von ihren Erfahrungen und schilderten ihre Eindrücke aus dem vorherigen Projekt.

    Beim Kennenlerntreffen zeigte sich schnell, dass die Vorfreude und die Motivation der Gruppe groß sind. Die meisten möchten „endlich mal anpacken“, „selbst etwas bauen“, einen sozialen Beitrag leisten und gleichzeitig neue Techniken und den Umgang mit anderen Materialien kennenlernen. Besonders die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort wurde vielfach als wertvollster Eindruck erwartet. 

    Die Reise des Hands-on Teams 2026 wird ausführlich dokumentiert. Auf den Social-Media-Kanälen der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen werden wöchentlich Einblicke in den Fortschritt des Projekts, die Arbeit vor Ort und die Erfahrungen der Gruppe veröffentlicht.

    Das Treffen endete mit gespannter Erwartung und dem Gefühl, dass in wenigen Wochen eine besondere, prägende Zeit beginnt.

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    Fördeprreis

    Interview: „Am Rande“

    Was planen junge, angehende Architektinnen und Architekten? Aufschluss darüber gibt der Förderpreis der Stiftung Deutscher Architekten (SDA), mit dem im Frühjahr im Baukunstarchiv NRW in Dortmund junge Nachwuchsplanerinnen und -planer für ihre überzeugenden Studienabschlussarbeiten ausgezeichnet wurden.

    26.11.2025

    Ruth Johanna Dyzmann studierte an der FH Münster (msa). Ihre Masterarbeit wurde von Professor Joachim Schultz-Granberg vorgeschlagen.
    © Foto: Detlef Podehl / Architektenkammer NRW

    Ruth Johanna Dyzmann (FH Münster) ist eine von drei gleichrangigen Preisträger*innen. Sie überzeugte die Jury mit ihrer Masterarbeit „Am Rande – Grenzenlose Verflechtung des Ruhrgebiets“.

    Gewinnerin des Förderpreis 2025 Ruth Johanna Dyzmann im Interview

    Ruth Johanna Dyzmann, Ihre Arbeit befasst sich mit den baukulturellen und gesellschaftlichen Herausforderungen im Ruhrgebiet. Was hat Sie zu dieser Aufgabenstellung gebracht? 

    Ich bin mit offenen Augen durch verschiedene Städte gegangen, und mir ist dabei besonders aufgefallen, wie stark aktuell an den Rändern verdichtet wird – oft „auf der grünen Wiese“. Die Architektur dieser neuen Quartiere ist zwar häufig hochwertig, aber das Umfeld, das für ein lebendiges Alltagsleben notwendig wäre, fehlt oft. Spannend fand ich das Ruhrgebiet, weil hier die Städte stark zusammengewachsen sind, sodass die Ränder nicht immer klar erkennbar sind. Es war für meine Arbeit daher eine zusätzliche Herausforderung, die unterschiedlichen Arten von „Rändern“ zu identifizieren und zu analysieren – oft liegen diese nicht offensichtlich am Stadtausgang, sondern sind eher als Brüche, Übergänge oder Nahtstellen innerhalb der dichten urbanen Struktur zu finden. Das machte das Thema für mich besonders reizvoll. 

    Warum haben Sie sich für die jeweiligen Orte entschieden, und was hielten Sie für besonders geeignet für Ihre Fallstudie? 

    Die Orte habe ich mir bewusst „erfahren“: Ich bin mit dem Motorrad durch einen Teil des Ruhrgebiets gefahren, nachdem ich mich intensiv mit dem Schwarzplan beschäftigt hatte. Ich wollte herausfinden: Wo trifft bebaute und unbebaute Fläche aufeinander? Wo gibt es markante Einkerbungen, Brüche oder Lücken? Beim Kohlenbunker in Gelsenkirchen hat mich besonders die starke Präsenz der Struktur fasziniert. Die Fläche wirkte wie ein vergessener, aber potenzieller Ort – mit einer Skateanlage, aber ohne echte Belebung. Ich sah darin großes Potenzial, einen identitätsstiftenden Raum zu schaffen. Das Grundstück fand ich aufgrund der Nähe zur Ruhr-Universität Bochum spannend. Ich habe vor Ort mit Studierenden gesprochen, um herauszufinden, was ihnen fehlt, und mir wurde klar, dass hier ein Raum fehlt, der Freizeit, Begegnung und Nahversorgung verbindet, ohne dafür direkt in eine der Innenstädte zu müssen – ein ideales Szenario, um ein lebendiges Quartier zu entwickeln. 

    Wurde Ihre Arbeit an den beiden Orten zur Kenntnis genommen? Trägt sie zum aktuellen Diskurs in der Stadtplanung bei? 

    Meine Arbeit hat zwar keinen direkten Einfluss auf konkrete Bauvorhaben an den beiden Orten genommen, wurde aber im Rahmen von Präsentationen an der Universität und durch Diskussionen mit lokalen Akteur*innen aufmerksam wahrgenommen. Besonders die Gespräche mit Studierenden in Bochum und die Rückmeldungen von Fachleuten haben gezeigt, dass meine Ansätze Denkanstöße liefern, wie wir Stadtentwicklung neu denken können. Inhaltlich trägt meine Arbeit zum aktuellen Diskurs bei, indem sie die Themen Wohnungsnot, bezahlbaren Wohnraum und sozialen Zusammenhalt zusammenführt. Ich habe bewusst den Fokus darauf gelegt, dass neue Quartiere nicht nur für das reine Wohnen geplant werden sollten, sondern zum Leben. Meine Konzepte zeigen auf, dass es zwar bestimmte Leitlinien für ausgewogene Quartiere geben kann, aber jedes Projekt auf die Besonderheiten des Ortes abgestimmt sein muss. 

    Welche Pläne haben Sie für Ihren weiteren beruflichen Werdegang? Welche Ziele möchten Sie als Architektin erreichen? 

    Derzeit befinde ich mich in der Einarbeitung in den Berufsalltag und sammle wertvolle praktische Erfahrungen, die mir helfen, die vielfältigen Herausforderungen und Realitäten des Architekt*innenberufs besser zu verstehen. Langfristig ist es mein Ziel, aktiv an Projekten mitzuwirken, die einen nachhaltigen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen. Besonders die Themen Stadtentwicklung und zukunftsorientierte Planung liegen mir am Herzen. Ich möchte mich daher künftig verstärkt für integrative, lebenswerte Quartiere einsetzen, die nicht nur architektonisch überzeugen, sondern auch sozial, ökologisch und funktional einen echten Beitrag leisten.

    Förderpreis

    Interview: „Wandel.gestalten“

    Mit dem Förderpreis der Stiftung Deutscher Architekten wurden im Frühjahr 2025 im Baukunstarchiv NRW junge Nachwuchsplanerinnen und -planer für ihre überzeugenden Studienabschlussarbeiten ausgezeichnet. Ann-Kathrin Penkert (FH Münster) ist eine von drei gleichrangigen Preisträger*innen. Unter dem Titel „Wandel.gestalten – Über das Recycling von Orten im städtischen Raum“ entwickelte sie ein Szenario für die Reaktivierung eines ehemaligen Kaufhauses in Celle.

    24.11.2025

    Ann-Kathrin Penkert studierte an der FH Münster (msa). Ihre Masterarbeit wurde von Prof. Joachim Schultz-Granberg vorgeschlagen.
    © Foto: Detlef Podehl / Architektenkammer NRW

    Die Jury zeigte sich beeindruckt von ihrem respektvollen Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz und würdigte die strategische Klarheit ihres Konzepts, den nachhaltigen Ansatz sowie die hohe gestalterisch-funktionale Qualität der vorgeschlagenen Umnutzung.

    Gewinnerin des Förderpreis 2025 Ann-Kathrin Penkert im Interview

    Ann-Kathrin Penkert, die Jury hat Ihr besonderes konzeptionelles Talent bestätigt. Was bildet Ihrer Meinung nach die Basis für die Entwicklung eines guten architektonischen Konzepts?

    Die Grundlage eines überzeugenden architektonischen Konzepts ist das Verständnis für den spezifischen Ort, seine Geschichte und die Bedürfnisse der Nutzer*innen. Im Rahmen meiner Masterarbeit lag der Fokus auf der Entwicklung eines Konzepts, das die Potenziale einer ressourcenschonenden Umnutzung innerstädtischer Kaufhausstrukturen untersucht. Zentral war dabei ein ganzheitliches Nachhaltigkeitsverständnis, das ökologische, soziale und ökonomische Dimensionen gleichwertig integriert, um eine resiliente und vielfältig nutzbare Alternative zum monofunktionalen Einzelhandel aufzuzeigen. Die aktive Einbindung relevanter Akteur*innen von Politik über Wirtschaft bis hin zur Zivilgesellschaft bildet eine wichtige Grundlage, um tragfähige Lösungen zu entwickeln, die gestalterisch wie auch funktional überzeugen.

    Welche Strategien haben Sie angewendet, um die Transformation des Karstadt-Gebäudes im Kontext des tiefgreifenden Strukturwandels im Einzelhandel zukunftsfähig zu gestalten?

    Im Zentrum meines Ansatzes stand das Konzept des „Recyclings von Orten“, bei dem bestehende Bausubstanz ressourcenschonend weiterentwickelt und ihre Identität geschützt wird. Ziel war es, das Gebäude vor dem Abriss zu bewahren, es durch gezielte Transformation in seiner städtebaulichen Bedeutung zu stärken und neue, vielfältige Funktionen in die Innenstadt zu integrieren. Als grundlegende Strategie dient ein hybrides Nutzungskonzept, das Bildung, Kultur, Wirtschaft und Wohnen intelligent miteinander verknüpft. Durch die Schaffung gemeinschaftlich nutzbarer Flächen wird das Gebäude zu einem produktiven Ort, der auf veränderte Arbeits- und Konsumformen reagiert und Synergien zwischen den Nutzer*innen fördert. Es entsteht ein zukunftsfähiger Ort, der Wandel nicht nur mitträgt, sondern einen solchen aktiv ermöglicht.

    Wie trägt Ihr Konzept dazu bei, das Stadtzentrum von Celle als lebendigen, multifunktionalen Ort zu stärken?

    Mein Konzept trägt zur Stärkung des Stadtzentrums von Celle bei, indem es monofunktionale Strukturen gezielt aufbricht und stattdessen einen Ort der Begegnung, Vielfalt und Teilhabe schafft. Mit dem WANDEL.HAUS entsteht ein offenes Umfeld, in dem unterschiedliche Lebensrealitäten zusammenkommen können. Durch die aktive Einbindung verschiedener Akteur*innen wird das Gebäude zum Impulsgeber für eine lebendige Stadtmitte. Celle ist mit Herausforderungen konfrontiert, die auch in vielen anderen mittelgroßen Städten zu beobachten sind – Rückgang des Einzelhandels, Leerstände, sinkende Aufenthaltsqualität. Aus diesen Erkenntnissen lassen sich übertragbare Prinzipien ableiten, etwa Mischnutzung, bauliche und programmatische Flexibilität sowie die gezielte Aktivierung von Erdgeschosszonen, die auch an anderen Standorten als wirksame Strategien zur Belebung der Innenstadt dienen können.

    Welche Pläne haben Sie für Ihren weiteren beruflichen Werdegang? Welche Ziele möchten Sie als Architektin erreichen?

    In meinem weiteren Werdegang möchte ich mich intensiv mit nachhaltigen Transformationen im urbanen Raum auseinandersetzen, sowohl in der Planungspraxis als auch möglicherweise in der Forschung. Mein Ziel ist es, Projekte zu entwickeln, die den Bestand intelligent weiterentwickeln, Ressourcen schonen und gleichzeitig soziale Werte fördern. Langfristig strebe ich eine Tätigkeit an, in der ich konzeptionelles Arbeiten, Entwurf und gesellschaftliches Engagement miteinander verbinden kann.

    Förderpreis

    Interview: „Brauerei im Wandel“

    Für ihre überzeugenden Studienabschlussarbeiten wurden junge Nachwuchsplanerinnen und -planer am 10. April 2025 im Baukunstarchiv NRW mit dem Förderpreis der Stiftung Deutscher Architekten ausgezeichnet. Felix Schweizer von der RWTH Aachen ist einer von drei gleichrangigen Preisträger*innen.

    23.10.2025

    Felix Schweizer (Förderpreisträger 2025) mit seinem Wettbewerbsbeitrag.
    © Detlef Podehl/Architektenkammer NRW

    „Brauerei im Wandel – Eine Transformation des Brauereigeländes Ganter in Freiburg zu einem lebendigen Quartier“ lautet der Titel seiner Masterarbeit, mit der er die Jury überzeugte. Diese bescheinigte Schweizer „ein hohes Maß an Sensibilität im Umgang mit den vorhandenen Strukturen eines postindustriell geprägten Areals.“

    Gewinner des Förderpreis 2025 Felix Schweizer im Interview

    Die Jury hat Ihren auffällig sensiblen Umgang mit vielschichtigen und überzeitlichen Themen gewürdigt. Wo sehen Sie selbst Ihre Stärken und wo manifestieren sich diese in Ihrer Abschlussarbeit?

    Ich denke, ich habe mich besonders mit dem Ort und seinen räumlichen, historischen, funktionalen und architektonischen Schichten beschäftigt. Mich interessieren dabei nicht nur die offensichtlichen Merkmale eines Areals, sondern auch die Eigenarten und Potenziale, die in der Geschichte und den vorhandenen Strukturen verankert sind. Beim Ganter Areal war es mir wichtig, den Bestand nicht nur baulich zu erfassen, sondern auch seine Atmosphäre und Nutzungszusammenhänge zu verstehen. Die besondere Heterogenität des Areals – architektonisch wie programmatisch – habe ich nicht als Hindernis, sondern als Ausgangspunkt für den Entwurf verstanden. Die Mischung aus historischen und neuzeitlichen Gebäuden, unterschiedlichen Nutzungen und Leerständen bildet eine komplexe Grundlage, die Raum für neue Ideen eröffnet. Dies habe ich als Potenzial erkannt und als Ausgangspunkt und Grundgerüst für meinen Entwurf genutzt. Dabei ging es mir darum, die vorhandenen Qualitäten zu erkennen und herauszuarbeiten, um sie durch neue Akzentuierungen, räumliche Qualitäten und Strukturen hervorzuheben.

    Welche Herausforderungen sind bei der Integration der historischen Brauerei Ganter in das neue Quartier aufgetreten, insbesondere im Hinblick auf die Wahrung der Identität und die funktionale Weiterentwicklung? 

    Die zentrale Herausforderung bestand darin, die identitätsstiftenden Merkmale des Ortes zu bewahren und gleichzeitig eine funktionale Weiterentwicklung zu ermöglichen. Das Ganter Areal ist durch eine vielschichtige bauliche Struktur geprägt, mit Gebäuden unterschiedlicher Epochen, Nutzungen und Bausubstanz. Diese Heterogenität erforderte eine differenzierte Herangehensweise, um die vorhandenen Qualitäten nicht zu überformen, sondern in die zukünftige Entwicklung einzubinden.

    Besonders anspruchsvoll war es, eine stimmige Balance zwischen Bestand und Neubau zu finden – sowohl gestalterisch als auch programmatisch. Die Entwicklung eines tragfähigen Nutzungsmix war eng mit der Frage verbunden, wie bestehende Gebäude sinnvoll aktiviert und neue Funktionen ergänzt werden können, ohne den Ort zu überfrachten. Hinzu kam die Herausforderung, ein funktionierendes Nebeneinander sehr unterschiedlicher Anforderungen zu ermöglichen – von Wohnen und Kultur über kleinteiliges Gewerbe bis hin zur weiterhin aktiven Brauerei. Es ging also nicht nur um bauliche Integration, sondern auch um die konzeptionelle Verbindung von Geschichte, Gegenwart und zukünftigen Anforderungen, welche nicht in Konkurrenz stehen, sondern in miteinander korrespondieren.

    Wie haben Sie diese Herausforderungen methodisch und gestalterisch gelöst, um eine kohärente Verbindung zwischen Alt und Neu zu schaffen? 

    Zu Beginn stand eine umfassende Analyse des Bestands – sowohl hinsichtlich baulicher Strukturen als auch im Hinblick auf Nutzung, Atmosphäre und stadträumliche Einbindung. Ergänzt wurde dieser analytische Zugang durch einen Workshop mit lokalen Akteur*innen, um ein differenziertes Bild des Ortes zu gewinnen und externe Perspektiven einzubeziehen. 

    Gestalterisch habe ich den Bestand als strukturelles und identitätsstiftendes Gerüst verstanden, das durch gezielte Eingriffe ergänzt und aktiviert wird. Statt auf radikalen Wandel setzte der Entwurf auf Weiterentwicklung: leerstehende Gebäude wie die Alte Mälzerei oder der Flaschenkeller wurden umgenutzt, neue räumliche Qualitäten geschaffen und Neubauten so positioniert, dass sie auf Maßstab, Materialität und Höhenentwicklung des Bestands reagieren.

    Das Zusammenspiel von Nachverdichtung, Nutzungsmischung und behutsamer Transformation bildet die Grundlage für eine räumlich und funktional stimmige Verbindung von Alt und Neu – eingebettet in ein übergeordnetes städtebauliches Konzept, das neue Zugänge schafft, bestehende Qualitäten stärkt und dem Areal eine klare Ordnung und Offenheit zum städtischen Umfeld gewährt. 

    Welchen Beitrag können Architektinnen und Architekten zum Erhalt der regionalen Baukultur Ihrer Meinung nach leisten?

    Architektinnen und Architekten tragen eine zentrale Verantwortung zum Erhalt regionaler Baukultur – nicht nur durch den Schutz historischer Bausubstanz, sondern auch durch die zeitgemäße Weiterentwicklung gewachsener Strukturen im Sinne ihrer Geschichte und Identität. Die intensive Auseinandersetzung mit dem, was da ist und es umgibt, ist für mich ein essenzieller Bestandteil des Entwurfsprozesses selbst – und ein Aspekt, der aus meiner Sicht noch stärker ins Zentrum der Praxis rücken sollte. Es geht darum, den Charakter und Potenziale eines Ortes zu erkennen und in die Gegenwart zu überführen, ohne ihn einfach nur zu überformen. Eine respektvolle Haltung gegenüber dem Bestand, genaues Hinsehen sowie der Dialog mit lokalen Akteurinnen und Akteuren, sowie ein sensibler, kontextbezogener Entwurfsansatz sind für mich der Schlüssel zu einer zeitgemäßer Baukultur die regional verwurzelt und zugleich zukunftsfähig ist.

    Welche Pläne haben Sie für Ihren weiteren beruflichen Werdegang? Welche Ziele möchten Sie als angehender Architekt erreichen?

    Ich möchte zunächst weitere praktische Erfahrung in einem Büro sammeln, das sich mit der Schnittstelle von Architektur und Städtebau beschäftigt, um das an der Universität gelernte auch in der Praxis umsetzen und gestalten zu können. Das Großartige an unserem Beruf ist, dass er sehr vielseitig ist , daher reizt es mich langfristig, noch viele Teilbereiche kennenlernen zu dürfen und mich intensiv mit ihnen zu beschäftigen, um immer wieder neue Perspektiven auf Architektur und Städtebau gewinnen zu können.

    Video zum Förderpreis 2025

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    Hands on

    Eine Schule für Mae Sot

    Auch 2026 wird das beliebte „Hands-on“-Projekt der Stiftung Deutscher Architekten fortgesetzt. Die Teilnehmer*innen kamen im August zu einem Lehmbau-Workshop zusammen.

    22.10.2025

    Die jungen Planer*innen lernten bei dem Workshop auch das Team der Stiftung Deutscher Architekten kennen, das sie nach Thailand begleiten wird.
    © Architektenkammer NRW

    Weiter geht’s! Im Jahr 2026 wird die Stiftung Deutscher Architekten (SDA) bereits zum dritten Mal im Rahmen des Projekts „Hands-on“ nach Mae Sot (Thailand) reisen. Mit einem Team aus jungen Planerinnen und Planern aus Nordrhein-Westfalen wird zum Jahresauftakt dort ein besonderes Projekt realisiert werden: Die Teilnehmenden errichten vor Ort gemeinsam mit lokalen Handwerkern ein Schulgebäude; hauptsächlich aus Lehm und Holz.

    Doch vor Mae Sot kam Dortmund. Am 8. August lud die SDA rund 25 Junior-Mitglieder und Absolvent*innen sowie Studierende in das Baukunstarchiv NRW zu einem Workshop ein. Die Veranstaltung diente dazu, praktische Erfahrungen mit dem Lehmbau zu sammeln und in Kurzinterviews die jungen Planerinnen und Planer näher kennenzulernen, denn: Nur 12 Teilnehmer*innen werden Hands-on 2026 begleiten können.

    „Wir wollen bauen, wir wollen realisieren – und dazu braucht es Leute, die anpacken können“, sagte Markus Lehrmann, der Geschäftsführer Stiftung Deutscher Architekten, im Rahmen des Workshops. Das Kennenlernen Anfang August diene dazu, eine Gruppe zusammenzustellen, die möglichst interdisziplinär aufgestellt ist und in einem Zeitraum von sechs Wochen das Projekt „Schulbau“ in Thailand realisieren kann, so Lehrmann weiter.

    Unterstützt wurde die Veranstaltung in Dortmund von Björn Klug, der bundesweit als Berater für Planer*innen und Bauherren rund um das Thema Lehmbau aktiv ist. Er betreute die verschiedenen Stationen des Hands-on-Workshops; vom Erstellen des Lehmziegels bis zur Arbeit mit Lehmputz. „Es geht darum, den Lehm in die Hand zu nehmen und rauszufinden: Was ist das? Was kann das?“, erklärte Klug – und freute sich über das Interesse der jungen Planer an dem Baustoff.

    Die finalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Hands-on 2026 werden im Laufe der kommenden Wochen informiert werden. Auf den Kanälen der SDA und der Architektenkammer NRW sind auch im Vorfeld zu Hands-on 2026 Einblicke in die Projektarbeit zu sehen.

    Hands-on 2026 ist ein Projekt der Stiftung Deutscher Architekten in Zusammenarbeit mit Simple Architecture und socialarchitecture e.V. Die fachliche Leitung des Projektes übernimmt Architekt Jan Glasmeier. Mehr Informationen und Einblicke in die vergangenen Projekte finden sich hier.

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