Hands-on

Hands-on 2027 – Bewerbungsphase gestartet

Kann Planung und Bau soziales leisten? „Hands-on“ will zeigen: Ja! Bei dem Projekt der Stiftung Deutscher Architekten (SDA) realisieren junge Planerinnen und Planer größere Bauwerke – über die Grenzen von Europa hinaus. Von den ersten Vorüberlegungen über Aufmaß und Vorentwurfs-, Entwurfs- und Ausführungsplanung bis hin zur konkreten Realisierung: Gefragt sind hierbei fachliche sowie auch handwerkliche Fähigkeiten.

15.06.2026

Das Hands-on-Projekt der SDA wurde auch Anfang 2026 in Thailand realisiert. 2027 startet die vierte Runde.
© Stiftung Deutscher Architekten

Hands-on geht 2027 bereits in die vierte Runde. Konkret soll Anfang des kommenden Jahres ein Trainingscenter für geflüchtete Kinder und Frauen in Thailand errichtet werden; in der Zusammenarbeit mit jungen Planer*innen. Zeitraum des Projektes: 13. Januar bis 21. Februar 2027.

Wie Planung und Bau vor Ort ablaufen sollen und welche Fähigkeiten die Teilnehmenden mitbringen sollten: Dazu gab eine Infoveranstaltung am 9. Juni Aufschluss. Das Interesse war groß – rund 100 interessierte Personen nahmen digital an der Videokonferenz teil. 

Praktisch mitanpacken

„Wir sehen, dass im Studium teilweise wenig Zeit auf ‚echten‘ Baustellen verbracht wird. Auch deswegen bieten wir dieses Format bei der Stiftung Deutscher Architekten an“, erklärte Markus Lehrmann (SDA) einführend. Darüber hinaus biete das Stiftungsprogramm auch theoretische Workshops, Förderpreise sowie Stipendien an, so der Geschäftsführer der Stiftung Deutscher Architekten – Angebote, die den Architekturnachwuchs in NRW intensiv fördern sollen. Das Alleinstellungsmerkmal bei Hands-on, erklärte Lehrmann fortführend, sei gleichwohl die Möglichkeit „den Menschen über die Grenzen von Deutschland hinaus mit guter Architektur helfen zu können.“ 

Hands-on richte sich an Absolventinnen und Absolventen, Juniorarchitektinnen und -architekten und auch fortgeschrittene Studierende der Fachrichtungen Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur sowie Stadtplanung. Insgesamt zwölf junge Planende sollen das Projekt 2027 in Thailand in Mae Sot begleiten. Erfahrungen im Lehmbau seien keine Voraussetzung für die Teilnahme.

„Dieses Angebot der Stiftung Deutscher Architekten wahrnehmen zu können; das ist eine einmalige Chance“, ergänzte Jan Glasmeier (Simple Architecture), der das Projekt 2027 leitend betreuen wird. Für ihn seien Flexibilität und die Eigenmotivation, etwas Gutes für die Menschen vor Ort hinterlassen zu wollen, wichtige Punkte, die den jungen Leuten abverlangt werden würden. Der Architekt gab außerdem Einblicke in die bereits realisierten Hands-on-Projekte. 2024 bis 2026 wurden hier – in Südostasien – mehrere Schulklassenräume für Schüler*innen und geflüchtete Kinder realisiert. Beim Bauprojekt 2027 sollen wieder vorrangig regionale Baumaterialien genutzt werden: So etwa Altholz, das auf dem Gelände in Mae Sot bereits vorhanden sei. Darüber hinaus sollen Erfahrungen im Lehmbau geschult werden – von der Produktion der Lehmsteine bis hin zur Verarbeitung im Mauerwerk.

Wissenstransfer international

Die Online-Infoveranstaltung Anfang Juni bot außerdem Raum für zahlreiche Rückfragen der jungen Planenden zum Projekt. – Auf die Frage „Wie werden die Aufgaben im Team verteilt sein?“, erläuterte Jan Glasmeier: „Im besten Fall kann jeder Teilnehmende auf der Baustelle auch das realisieren, was er bautechnisch ausprobieren möchte – und da mitanpacken, wo Hilfe gebraucht wird.“ Die jungen Planer*innen hätten somit auch die Chance, in allen Gewerken Erfahrung zu sammeln. Dazu werde das Projekt auch von lokalen Handwerken unterstützt, sodass auch (noch) unbekannte Bautechniken geschult werden können. Zudem wird Hands-on auch 2027 erneut vom Verein „socialarchitecture e.V.“ unterstützt.  

Seid dabei

Bewerben können sich Absolventinnen und Absolventen; kurz vor dem Abschluss stehende Studierende eines kammerfähigen Studiums (auch aus anderen Bundesländern, sofern ihr Wohnsitz oder Studienort in Nordrhein-Westfalen liegt) sowie Junior-Mitglieder der AKNW. Erforderlich sind ein Lebenslauf sowie ein Motivationsschreiben (max. eine Seite A4), in dem die Motivation, fachliche Kompetenzen und Projekterfahrungen dargelegt werden.

Die Bewerbung zum Projekt ist bis spätestens zum 29. Juni 2026, 9:00 Uhr per E-Mail zu senden an: hands-on@aknw.de

Die Teilnahme an der Infoveranstaltung vom 9. Juni ist keine Bedingung für die Bewerbung. „Wir wollen Persönlichkeiten erreichen, die mitanpacken wollen – und die uns überzeugen können“, erklärte Markus Lehrmann (SDA) abschließend im Rahmen der Infoveranstaltung. Dazu sei im Auswahlverfahren von Hands-on 2027 auch verpflichtender ein Lehmbau-Workshop auf der Landesgartenschau Neuss am 5. August vorgesehen, um den Umgang mit dem Baustoff erproben zu können, und potenzielle Teammitglieder kennenzulernen. 

Mehr Informationen zum Projekt finden sich hier.

hands-on

Jetzt informieren: Hands-on 2027

Das Hands-on-Projekt der Stiftung Deutscher Architekten geht in die vierte Runde. Auch im kommenden Jahr führt die Stiftung Deutscher Architekten (SDA) ihr erfolgreiches Format fort – mit dem Ziel, dem Berufsnachwuchs Planungspraxis unter realen Bedingungen und über die Grenzen Europas hinaus unmittelbar erfahrbar zu machen. Jetzt für die Online-Informationsveranstaltung am 9. Juni 2026 anmelden!

30.04.2026

Das Projekt fand auch in den vergangenen Jahren in Thailand statt.
© Stiftung Deutscher Architekten (Archivbild 2025)

Fokus: Nachhaltiges Planen und Bauen mit lokalen Ressourcen

Im Mittelpunkt des Projekts stehen nachhaltiges Bauen mit lokal verfügbaren Materialien sowie der Einsatz traditioneller Bauweisen und Techniken. Die Teilnehmenden gewinnen dabei nicht nur Einblicke in andere kulturelle und klimatische Kontexte, sondern erleben auch, wie ein Projekt in einer intensiven Arbeitsphase vor Ort – in enger Zusammenarbeit mit lokalen Handwerkern – von der Planung bis zur Umsetzung aktiv mitgestaltet wird.

Projekt 2027: Räume für geflüchtete Kinder und Frauen in Mae Sot

Auch das vierte Hands-on-Projekt widmet sich dem Bau für geflüchtete Kinder und Frauen aus Myanmar in Mae Sot, Thailand. In enger Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro „Simple Architecture“ von Jan Glasmeier werden engagierte Teilnehmende gesucht, die nicht nur entwerfen, sondern auch praktisch mit anpacken möchten. Vor Ort wird das Projekt zudem von dem Verein „socialarchitecture e.V.“ unterstützt.

Mitmachen – wer kann sich bewerben?

Vom 13. Januar bis 21. Februar 2027 bietet die Stiftung engagierten Absolventinnen und Absolventen, Juniorarchitektinnen und -architekten sowie fortgeschrittenen Studierenden der Fachrichtungen Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung die Möglichkeit, Teil des Projekts zu werden. Voraussetzung ist ein kammerfähiger Studienabschluss in Nordrhein-Westfalen oder – bei einem Studienort in einem anderen Bundesland – ein Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen.

Online-Infoveranstaltung

Alle Interessierten sind herzlich zur digitalen Informationsveranstaltung am Dienstag, den 9. Juni 2026 um 18:00 Uhr (online) eingeladen. Architekt Jan Glasmeier stellt das Projekt, die örtlichen Rahmenbedingungen und Herausforderungen vor. Im Anschluss informiert die SDA-Geschäftsstelle über Teilnahmevoraussetzungen, Kosten und den Bewerbungsprozess.

Anmeldung zur Infoveranstaltung bis zum 8. Juni 2026 unter: hands-on@aknw.de. Nach Anmeldung erhalten Sie die Zugangsdaten per E-Mail. Weitere Informationen zum Projekt gibt es hier auf der Website der SDA.

Auswahlverfahren

Im Auswahlverfahren ist die verbindliche Teilnahme an einem Lehmbau-Workshop am 5. August 2026 vorgesehen. – Die Bewerbung zum Projekt ist bis spätestens zum 29. Juni 2026 (09:00 Uhr) per E-Mail an hands-on@aknw.de zu senden. Erforderlich sind ein Lebenslauf sowie ein Motivationsschreiben (max. eine Seite A4), in dem Motivation, fachliche Kompetenzen und Projekterfahrungen dargelegt werden.

    Alle Anforderungen und mehr dazu können Sie auch im Flyer (PDF: Download) nachlesen.

    Über uns

    40 Jahre Einsatz für Baukultur und Nachwuchsförderung

    Seit vier Jahrzehnten fördert die Stiftung Deutscher Architekten (SDA) die Baukulturvermittlung im Land Nordrhein-Westfalen: durch Stipendienangebote, Förderpreise sowie durch Workshops für den Architekturnachwuchs. Die Stiftung wurde 1985 als gemeinnützige Einrichtung von der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen gegründet. Am 13. März 2026 wurde das 40-jährige Bestehen der SDA mit einem Fest in der Architektenkammer NRW im Düsseldorfer Medienhafen gefeiert.

    20.03.2026

    Impression vom Festakt anlässlich 40 Jahren Stiftung Deutscher Architekten in der Geschäftsstelle der Architektenkammer NRW in Düsseldorf.
    © Ingo Lammert

    „Die Stiftungsarbeit zielt insbesondere darauf ab, den Berufsnachwuchs zu fördern“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der SDA, Ernst Uhing. Ein wichtiger Auftrag der Stiftung sei es, junge Planerinnen und Planer auf dem Weg in den Beruf zu inspirieren und konkret in ihrer Entwicklung zu fördern. Dazu bietet die SDA unter anderem Stipendienprogramme sowie verschiedene regionale und internationale Projekte. Mit der Projektreihe „Think-on“ werden Bauaufgaben theoretisch und in der Entwurfspraxis vertieft – regelmäßig angeregt durch die Architekturbiennale in Venedig. Mit den „Hands-on“-Projekten in Thailand haben junge Architektinnen und Architekten sowie Nachwuchskräfte bereits dreimal Schulräume für Flüchtlingskinder geplant und innerhalb des Projektrahmens von sechs Wochen realisiert.

    Der Festakt in Düsseldorf gab Einblicke in die vielfältige Stiftungsarbeit, auch zu realisierten Forschungsergebnissen und Projekten der letzten 40 Jahre. Dazu gehören „Sommerseminare“, Doktoranten-Stipendien, Kooperationsprojekte mit Hochschulen sowie eine Beteiligung als Gesellschafterin am Baukunstarchiv NRW, das 2018 in Dortmund eingerichtet wurde und sich mit der wissenschaftlichen Bearbeitung und Archivierung von Architektur-Nachlässen beschäftigt.

    Markus Lehrmann, Geschäftsführer der Stiftung Deutscher Architekten, betonte im Rahmen der Veranstaltung in Düsseldorf, dass die Arbeit der SDA auch in den kommenden Jahren weiterhin den Nachwuchs inspirieren soll. „Unsere Arbeit geht aber darüber hinaus: Vielen Projekte der Stiftung Deutscher Architekten entwickeln Strahlkraft für den gesamten Berufsstand und belegen, dass Architekturschaffende einen wichtigen sozialen Beitrag zu unserer Gesellschaft leisten.“

    Zum Jubiläum ist eine Publikation erschienen, die Einblicke in verschiedene Projekte der Stiftungsarbeit gibt. Kostenfreie Bestellung gerne unter info@aknw.de.

    Hands-on

    Gemeinsam bauen – interkulturell lernen

    Das Hands-on-Projekt der Stiftung Deutscher Architekten führte in zu Jahresbeginn 2026 zum dritten Mal nach Mae Sot in Thailand. Eine Gruppe von zwölf angehenden Architekturschaffenden und Junior-Mitgliedern aus Nordrhein-Westfalen reiste Anfang Januar in die Grenzregion zu Myanmar/Burma, um dort gemeinsam mit lokalen Partnern neue Schulräume für Kinder von Geflüchteten zu errichten.

    13.03.2026

    Innerhalb von fünf Wochen errichtete das Projektteam von Hands-on die Schulräume in Thailand.
    © Stiftung Deutscher Architekten

    Die Arbeit mit regionalen und wiederverwendeten Materialien sowie der Wissensaustausch mit örtlichen Arbeitskräften standen im Mittelpunkt des Projektes – das erfolgreich abgeschlossen werden konnte.

    Für die Gruppe junger Planerinnen und Planer begann der Aufenthalt in Thailand mit Architekturführungen durch die Hauptstadt Bangkok. Geleitet von den Architekten Artison Wangpraseurt und Alexandra Polyakova sowie dem Landschaftsarchitekten Goustan Bodin erhielten die Teilnehmenden erste fachspezifische Einblicke in Kultur, Bauweisen und städtische Strukturen Thailands.

    Anschließend ging es weiter nach Mae Sot an der Grenze zu Myanmar. Dort unterstützte die Gruppe das Migrant Learning Center „Ah Yone Oo“. Aufgrund der stetig steigenden Zahl von Kriegsflüchtlingen aus Burma wächst auch der Bedarf an Bildungsangeboten. Für viele Kinder stellen die Migrant Learning Centers die einzige Möglichkeit dar, in Sicherheit zu lernen, eine schulische Routine zu erleben und ein Stück Normalität im Alltag zu finden. Das Zentrum wird von der lokalen Hilfsorganisation „Help Without Frontiers“ unterstützt.

    Gemeinsam mit dem Architekten Jan Glasmeier von Simple Architecture und dem Verein Social Architecture e.V. konnten die Teilnehmenden über mehrere Wochen hinweg den gesamten Prozess des analogen Entwerfens und Bauens unmittelbar erfahren. Vor Ort wurden mehr als 2.000 Lehmsteine selbst produziert, von der Sonne getrocknet und anschließend verbaut. Die Dächer entstanden aus wiederverwendetem Teakholz, während der Boden aus gebrannten Ziegeln gefertigt wurde. Auf diese Weise entstanden zwei neue Klassenhäuser sowie eine Aula.

    Neben funktionalen Anforderungen wie Klima, Licht und Luft spielte für die Gruppe auch die räumliche Qualität eine zentrale Rolle. Einbauschränke, kleine Gucköffnungen, eine lebendige Fassadengestaltung sowie integrierte Sitzbänke wurden bewusst mitgeplant, um den Kindern Orte zum Lernen, Entdecken und Verweilen zu schaffen.

    Während der Bauphase besuchten zudem zahlreiche Gäste die Baustelle. Vertreterinnen und Vertreter der Deutschen Botschaft machten sich vor Ort ein Bild vom Projekt. Auch die jährliche Gruppe der Harrow School aus Bangkok war zu Gast; deren Schülerinnen und Schüler beteiligten sich aktiv an der Herstellung der Lehmsteine. Darüber hinaus brachten Architektinnen und Architekten, ehemalige Hands-on-Teilnehmende sowie Fachleute für natürliche Baustoffe ihr Wissen und ihre Erfahrungen ein. Auch die Geschäftsführerin der Organisation Freedom Restoration Project besuchte das Projekt, um sich über den Fortschritt zu informieren. Im Rahmen dieser Besuche fanden Fachvorführungen statt, die den Austausch von Know-how im Bereich des nachhaltigen Bauens förderten. Die internationale Beteiligung unterstrich die Bedeutung des Projekts und seine Wirkung über die Region hinaus.

    Besonders prägend ist jedes Jahr die Zusammenarbeit mit den burmesischen Experten. Sie unterstützen die Gruppe nicht nur tatkräftig auf der Baustelle, sondern vermitteln auch traditionelle Bauweisen und handwerkliche Techniken. Dabei entstehen Begegnungen und Freundschaften, die weit über das gemeinsame Planen und Bauen hinausreichen.

    Nach fünf intensiven Wochen konnten die fertigen Gebäude schließlich feierlich an den Rektor der Schule sowie an die Schülerinnen und Schüler übergeben werden. Nur kurze Zeit später zogen die Kinder bereits mit ihren Tischen und Stühlen in die neuen Räume ein und begannen, sie mit Leben zu füllen.

    Das Hands-on-Projekt zeigt eindrucksvoll, wie Architektur über fachliche Grenzen hinaus Menschen zusammenbringen, neue Lebensräume schaffen und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen kann. Die Förderung von Baukultur, Bildung, Nachwuchs sowie nachhaltigem Bauen gehört zu den zentralen Anliegen der Stiftung Deutscher Architekten.

    Nach dem erfolgreichen Abschluss des Projekts blicken wir mit großer Freude auf diese intensive Zeit zurück. Die zahlreichen Erfahrungen, Entwicklungen, Begegnungen und gemeinsamen Bauprozesse haben einmal mehr gezeigt, welches Potenzial in diesem Format steckt. Die Stiftung Deutscher Architekten freut sich darauf, auch in Zukunft weitere Projekte dieser Art zu realisieren. Text: Sanaz Kashi

    Hands on

    Hands-on geht in die dritte Runde

    Spürbare Aufbruchstimmung und Vorfreunde lagen am 17. November in der Architektenkammer NRW in der Luft: Die zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Hands-on Teams 2026 trafen erstmals zusammen – eine engagierte Gruppe aus Studierenden, Absolventinnen und Absolventen sowie jungen Architekt*innen verschiedener Fachrichtungen aus ganz NRW. Ziel des Treffens war es, sich kennenzulernen und gemeinsam einen Ausblick auf die sieben Wochen zu bekommen, die das Team im kommenden Jahr in Mae Sot, Thailand verbringen wird.

    08.01.2026


    © Lea Thormeyer / Architektenkammer NRW

    Die Reise beginnt am 9. Januar 2026. Bis zum 22. Februar werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Ort in enger Zusammenarbeit mit lokalen Arbeitskräften aus recycelbaren und möglichst nachhaltigen Materialien mehrere neue Klassenräume an einer Schule für geflüchtete Kinder aus Burma errichten. Das Projekt verbindet architektonisches Know-how, praktische Arbeitserfahrung und einen starken sozialen Anspruch.

    Die Finalgruppe von zwölf Personen wurde von der Stiftung Deutscher Architekten (SDA) in einem mehrstufigen Auswahlprozess ermittelt. Insgesamt hatten sich 106 Interessierte beworben; rund 30 Bewerberinnen und Bewerber wurden im Sommer zu einem Vorauswahl-Workshop ins Baukunstarchiv NRW in Dortmund eingeladen. Dort fand ein intensiver Lehmbaustoff-Workshop mit Björn Klug (Conluto – Vielfalt aus Lehm) statt. Nach ausführlichen Gesprächen mit dem SDA-Team sowie dem Projektarchitekten Jan Glasmeier und kleineren praktischen Übungen wurde schließlich die Gruppe für Hands-on 2026 zusammengestellt.

    Nach einer thematischen Einführung in das Kammerwesen stellte Markus Lehrmann, Geschäftsführer der Stiftung Deutscher Architekten, die Arbeitsweise und Formate der Stiftung vor. Anschließend gab Jan Glasmeier einen Einblick in das bevorstehende Vorhaben in Mae Sot und erläuterte die geplanten Bauaufgaben.

    Um das neue Hands-on Team bestmöglich auf die kommenden Wochen vorzubereiten, berichteten zudem zwei ehemalige Teilnehmerinnen von ihren Erfahrungen und schilderten ihre Eindrücke aus dem vorherigen Projekt.

    Beim Kennenlerntreffen zeigte sich schnell, dass die Vorfreude und die Motivation der Gruppe groß sind. Die meisten möchten „endlich mal anpacken“, „selbst etwas bauen“, einen sozialen Beitrag leisten und gleichzeitig neue Techniken und den Umgang mit anderen Materialien kennenlernen. Besonders die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort wurde vielfach als wertvollster Eindruck erwartet. 

    Die Reise des Hands-on Teams 2026 wird ausführlich dokumentiert. Auf den Social-Media-Kanälen der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen werden wöchentlich Einblicke in den Fortschritt des Projekts, die Arbeit vor Ort und die Erfahrungen der Gruppe veröffentlicht.

    Das Treffen endete mit gespannter Erwartung und dem Gefühl, dass in wenigen Wochen eine besondere, prägende Zeit beginnt.

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    Fördeprreis

    Interview: „Am Rande“

    Was planen junge, angehende Architektinnen und Architekten? Aufschluss darüber gibt der Förderpreis der Stiftung Deutscher Architekten (SDA), mit dem im Frühjahr im Baukunstarchiv NRW in Dortmund junge Nachwuchsplanerinnen und -planer für ihre überzeugenden Studienabschlussarbeiten ausgezeichnet wurden.

    26.11.2025

    Ruth Johanna Dyzmann studierte an der FH Münster (msa). Ihre Masterarbeit wurde von Professor Joachim Schultz-Granberg vorgeschlagen.
    © Foto: Detlef Podehl / Architektenkammer NRW

    Ruth Johanna Dyzmann (FH Münster) ist eine von drei gleichrangigen Preisträger*innen. Sie überzeugte die Jury mit ihrer Masterarbeit „Am Rande – Grenzenlose Verflechtung des Ruhrgebiets“.

    Gewinnerin des Förderpreis 2025 Ruth Johanna Dyzmann im Interview

    Ruth Johanna Dyzmann, Ihre Arbeit befasst sich mit den baukulturellen und gesellschaftlichen Herausforderungen im Ruhrgebiet. Was hat Sie zu dieser Aufgabenstellung gebracht? 

    Ich bin mit offenen Augen durch verschiedene Städte gegangen, und mir ist dabei besonders aufgefallen, wie stark aktuell an den Rändern verdichtet wird – oft „auf der grünen Wiese“. Die Architektur dieser neuen Quartiere ist zwar häufig hochwertig, aber das Umfeld, das für ein lebendiges Alltagsleben notwendig wäre, fehlt oft. Spannend fand ich das Ruhrgebiet, weil hier die Städte stark zusammengewachsen sind, sodass die Ränder nicht immer klar erkennbar sind. Es war für meine Arbeit daher eine zusätzliche Herausforderung, die unterschiedlichen Arten von „Rändern“ zu identifizieren und zu analysieren – oft liegen diese nicht offensichtlich am Stadtausgang, sondern sind eher als Brüche, Übergänge oder Nahtstellen innerhalb der dichten urbanen Struktur zu finden. Das machte das Thema für mich besonders reizvoll. 

    Warum haben Sie sich für die jeweiligen Orte entschieden, und was hielten Sie für besonders geeignet für Ihre Fallstudie? 

    Die Orte habe ich mir bewusst „erfahren“: Ich bin mit dem Motorrad durch einen Teil des Ruhrgebiets gefahren, nachdem ich mich intensiv mit dem Schwarzplan beschäftigt hatte. Ich wollte herausfinden: Wo trifft bebaute und unbebaute Fläche aufeinander? Wo gibt es markante Einkerbungen, Brüche oder Lücken? Beim Kohlenbunker in Gelsenkirchen hat mich besonders die starke Präsenz der Struktur fasziniert. Die Fläche wirkte wie ein vergessener, aber potenzieller Ort – mit einer Skateanlage, aber ohne echte Belebung. Ich sah darin großes Potenzial, einen identitätsstiftenden Raum zu schaffen. Das Grundstück fand ich aufgrund der Nähe zur Ruhr-Universität Bochum spannend. Ich habe vor Ort mit Studierenden gesprochen, um herauszufinden, was ihnen fehlt, und mir wurde klar, dass hier ein Raum fehlt, der Freizeit, Begegnung und Nahversorgung verbindet, ohne dafür direkt in eine der Innenstädte zu müssen – ein ideales Szenario, um ein lebendiges Quartier zu entwickeln. 

    Wurde Ihre Arbeit an den beiden Orten zur Kenntnis genommen? Trägt sie zum aktuellen Diskurs in der Stadtplanung bei? 

    Meine Arbeit hat zwar keinen direkten Einfluss auf konkrete Bauvorhaben an den beiden Orten genommen, wurde aber im Rahmen von Präsentationen an der Universität und durch Diskussionen mit lokalen Akteur*innen aufmerksam wahrgenommen. Besonders die Gespräche mit Studierenden in Bochum und die Rückmeldungen von Fachleuten haben gezeigt, dass meine Ansätze Denkanstöße liefern, wie wir Stadtentwicklung neu denken können. Inhaltlich trägt meine Arbeit zum aktuellen Diskurs bei, indem sie die Themen Wohnungsnot, bezahlbaren Wohnraum und sozialen Zusammenhalt zusammenführt. Ich habe bewusst den Fokus darauf gelegt, dass neue Quartiere nicht nur für das reine Wohnen geplant werden sollten, sondern zum Leben. Meine Konzepte zeigen auf, dass es zwar bestimmte Leitlinien für ausgewogene Quartiere geben kann, aber jedes Projekt auf die Besonderheiten des Ortes abgestimmt sein muss. 

    Welche Pläne haben Sie für Ihren weiteren beruflichen Werdegang? Welche Ziele möchten Sie als Architektin erreichen? 

    Derzeit befinde ich mich in der Einarbeitung in den Berufsalltag und sammle wertvolle praktische Erfahrungen, die mir helfen, die vielfältigen Herausforderungen und Realitäten des Architekt*innenberufs besser zu verstehen. Langfristig ist es mein Ziel, aktiv an Projekten mitzuwirken, die einen nachhaltigen Mehrwert für die Gesellschaft schaffen. Besonders die Themen Stadtentwicklung und zukunftsorientierte Planung liegen mir am Herzen. Ich möchte mich daher künftig verstärkt für integrative, lebenswerte Quartiere einsetzen, die nicht nur architektonisch überzeugen, sondern auch sozial, ökologisch und funktional einen echten Beitrag leisten.

    Förderpreis

    Interview: „Wandel.gestalten“

    Mit dem Förderpreis der Stiftung Deutscher Architekten wurden im Frühjahr 2025 im Baukunstarchiv NRW junge Nachwuchsplanerinnen und -planer für ihre überzeugenden Studienabschlussarbeiten ausgezeichnet. Ann-Kathrin Penkert (FH Münster) ist eine von drei gleichrangigen Preisträger*innen. Unter dem Titel „Wandel.gestalten – Über das Recycling von Orten im städtischen Raum“ entwickelte sie ein Szenario für die Reaktivierung eines ehemaligen Kaufhauses in Celle.

    24.11.2025

    Ann-Kathrin Penkert studierte an der FH Münster (msa). Ihre Masterarbeit wurde von Prof. Joachim Schultz-Granberg vorgeschlagen.
    © Foto: Detlef Podehl / Architektenkammer NRW

    Die Jury zeigte sich beeindruckt von ihrem respektvollen Umgang mit der vorhandenen Bausubstanz und würdigte die strategische Klarheit ihres Konzepts, den nachhaltigen Ansatz sowie die hohe gestalterisch-funktionale Qualität der vorgeschlagenen Umnutzung.

    Gewinnerin des Förderpreis 2025 Ann-Kathrin Penkert im Interview

    Ann-Kathrin Penkert, die Jury hat Ihr besonderes konzeptionelles Talent bestätigt. Was bildet Ihrer Meinung nach die Basis für die Entwicklung eines guten architektonischen Konzepts?

    Die Grundlage eines überzeugenden architektonischen Konzepts ist das Verständnis für den spezifischen Ort, seine Geschichte und die Bedürfnisse der Nutzer*innen. Im Rahmen meiner Masterarbeit lag der Fokus auf der Entwicklung eines Konzepts, das die Potenziale einer ressourcenschonenden Umnutzung innerstädtischer Kaufhausstrukturen untersucht. Zentral war dabei ein ganzheitliches Nachhaltigkeitsverständnis, das ökologische, soziale und ökonomische Dimensionen gleichwertig integriert, um eine resiliente und vielfältig nutzbare Alternative zum monofunktionalen Einzelhandel aufzuzeigen. Die aktive Einbindung relevanter Akteur*innen von Politik über Wirtschaft bis hin zur Zivilgesellschaft bildet eine wichtige Grundlage, um tragfähige Lösungen zu entwickeln, die gestalterisch wie auch funktional überzeugen.

    Welche Strategien haben Sie angewendet, um die Transformation des Karstadt-Gebäudes im Kontext des tiefgreifenden Strukturwandels im Einzelhandel zukunftsfähig zu gestalten?

    Im Zentrum meines Ansatzes stand das Konzept des „Recyclings von Orten“, bei dem bestehende Bausubstanz ressourcenschonend weiterentwickelt und ihre Identität geschützt wird. Ziel war es, das Gebäude vor dem Abriss zu bewahren, es durch gezielte Transformation in seiner städtebaulichen Bedeutung zu stärken und neue, vielfältige Funktionen in die Innenstadt zu integrieren. Als grundlegende Strategie dient ein hybrides Nutzungskonzept, das Bildung, Kultur, Wirtschaft und Wohnen intelligent miteinander verknüpft. Durch die Schaffung gemeinschaftlich nutzbarer Flächen wird das Gebäude zu einem produktiven Ort, der auf veränderte Arbeits- und Konsumformen reagiert und Synergien zwischen den Nutzer*innen fördert. Es entsteht ein zukunftsfähiger Ort, der Wandel nicht nur mitträgt, sondern einen solchen aktiv ermöglicht.

    Wie trägt Ihr Konzept dazu bei, das Stadtzentrum von Celle als lebendigen, multifunktionalen Ort zu stärken?

    Mein Konzept trägt zur Stärkung des Stadtzentrums von Celle bei, indem es monofunktionale Strukturen gezielt aufbricht und stattdessen einen Ort der Begegnung, Vielfalt und Teilhabe schafft. Mit dem WANDEL.HAUS entsteht ein offenes Umfeld, in dem unterschiedliche Lebensrealitäten zusammenkommen können. Durch die aktive Einbindung verschiedener Akteur*innen wird das Gebäude zum Impulsgeber für eine lebendige Stadtmitte. Celle ist mit Herausforderungen konfrontiert, die auch in vielen anderen mittelgroßen Städten zu beobachten sind – Rückgang des Einzelhandels, Leerstände, sinkende Aufenthaltsqualität. Aus diesen Erkenntnissen lassen sich übertragbare Prinzipien ableiten, etwa Mischnutzung, bauliche und programmatische Flexibilität sowie die gezielte Aktivierung von Erdgeschosszonen, die auch an anderen Standorten als wirksame Strategien zur Belebung der Innenstadt dienen können.

    Welche Pläne haben Sie für Ihren weiteren beruflichen Werdegang? Welche Ziele möchten Sie als Architektin erreichen?

    In meinem weiteren Werdegang möchte ich mich intensiv mit nachhaltigen Transformationen im urbanen Raum auseinandersetzen, sowohl in der Planungspraxis als auch möglicherweise in der Forschung. Mein Ziel ist es, Projekte zu entwickeln, die den Bestand intelligent weiterentwickeln, Ressourcen schonen und gleichzeitig soziale Werte fördern. Langfristig strebe ich eine Tätigkeit an, in der ich konzeptionelles Arbeiten, Entwurf und gesellschaftliches Engagement miteinander verbinden kann.

    Förderpreis

    Interview: „Brauerei im Wandel“

    Für ihre überzeugenden Studienabschlussarbeiten wurden junge Nachwuchsplanerinnen und -planer am 10. April 2025 im Baukunstarchiv NRW mit dem Förderpreis der Stiftung Deutscher Architekten ausgezeichnet. Felix Schweizer von der RWTH Aachen ist einer von drei gleichrangigen Preisträger*innen.

    23.10.2025

    Felix Schweizer (Förderpreisträger 2025) mit seinem Wettbewerbsbeitrag.
    © Detlef Podehl/Architektenkammer NRW

    „Brauerei im Wandel – Eine Transformation des Brauereigeländes Ganter in Freiburg zu einem lebendigen Quartier“ lautet der Titel seiner Masterarbeit, mit der er die Jury überzeugte. Diese bescheinigte Schweizer „ein hohes Maß an Sensibilität im Umgang mit den vorhandenen Strukturen eines postindustriell geprägten Areals.“

    Gewinner des Förderpreis 2025 Felix Schweizer im Interview

    Die Jury hat Ihren auffällig sensiblen Umgang mit vielschichtigen und überzeitlichen Themen gewürdigt. Wo sehen Sie selbst Ihre Stärken und wo manifestieren sich diese in Ihrer Abschlussarbeit?

    Ich denke, ich habe mich besonders mit dem Ort und seinen räumlichen, historischen, funktionalen und architektonischen Schichten beschäftigt. Mich interessieren dabei nicht nur die offensichtlichen Merkmale eines Areals, sondern auch die Eigenarten und Potenziale, die in der Geschichte und den vorhandenen Strukturen verankert sind. Beim Ganter Areal war es mir wichtig, den Bestand nicht nur baulich zu erfassen, sondern auch seine Atmosphäre und Nutzungszusammenhänge zu verstehen. Die besondere Heterogenität des Areals – architektonisch wie programmatisch – habe ich nicht als Hindernis, sondern als Ausgangspunkt für den Entwurf verstanden. Die Mischung aus historischen und neuzeitlichen Gebäuden, unterschiedlichen Nutzungen und Leerständen bildet eine komplexe Grundlage, die Raum für neue Ideen eröffnet. Dies habe ich als Potenzial erkannt und als Ausgangspunkt und Grundgerüst für meinen Entwurf genutzt. Dabei ging es mir darum, die vorhandenen Qualitäten zu erkennen und herauszuarbeiten, um sie durch neue Akzentuierungen, räumliche Qualitäten und Strukturen hervorzuheben.

    Welche Herausforderungen sind bei der Integration der historischen Brauerei Ganter in das neue Quartier aufgetreten, insbesondere im Hinblick auf die Wahrung der Identität und die funktionale Weiterentwicklung? 

    Die zentrale Herausforderung bestand darin, die identitätsstiftenden Merkmale des Ortes zu bewahren und gleichzeitig eine funktionale Weiterentwicklung zu ermöglichen. Das Ganter Areal ist durch eine vielschichtige bauliche Struktur geprägt, mit Gebäuden unterschiedlicher Epochen, Nutzungen und Bausubstanz. Diese Heterogenität erforderte eine differenzierte Herangehensweise, um die vorhandenen Qualitäten nicht zu überformen, sondern in die zukünftige Entwicklung einzubinden.

    Besonders anspruchsvoll war es, eine stimmige Balance zwischen Bestand und Neubau zu finden – sowohl gestalterisch als auch programmatisch. Die Entwicklung eines tragfähigen Nutzungsmix war eng mit der Frage verbunden, wie bestehende Gebäude sinnvoll aktiviert und neue Funktionen ergänzt werden können, ohne den Ort zu überfrachten. Hinzu kam die Herausforderung, ein funktionierendes Nebeneinander sehr unterschiedlicher Anforderungen zu ermöglichen – von Wohnen und Kultur über kleinteiliges Gewerbe bis hin zur weiterhin aktiven Brauerei. Es ging also nicht nur um bauliche Integration, sondern auch um die konzeptionelle Verbindung von Geschichte, Gegenwart und zukünftigen Anforderungen, welche nicht in Konkurrenz stehen, sondern in miteinander korrespondieren.

    Wie haben Sie diese Herausforderungen methodisch und gestalterisch gelöst, um eine kohärente Verbindung zwischen Alt und Neu zu schaffen? 

    Zu Beginn stand eine umfassende Analyse des Bestands – sowohl hinsichtlich baulicher Strukturen als auch im Hinblick auf Nutzung, Atmosphäre und stadträumliche Einbindung. Ergänzt wurde dieser analytische Zugang durch einen Workshop mit lokalen Akteur*innen, um ein differenziertes Bild des Ortes zu gewinnen und externe Perspektiven einzubeziehen. 

    Gestalterisch habe ich den Bestand als strukturelles und identitätsstiftendes Gerüst verstanden, das durch gezielte Eingriffe ergänzt und aktiviert wird. Statt auf radikalen Wandel setzte der Entwurf auf Weiterentwicklung: leerstehende Gebäude wie die Alte Mälzerei oder der Flaschenkeller wurden umgenutzt, neue räumliche Qualitäten geschaffen und Neubauten so positioniert, dass sie auf Maßstab, Materialität und Höhenentwicklung des Bestands reagieren.

    Das Zusammenspiel von Nachverdichtung, Nutzungsmischung und behutsamer Transformation bildet die Grundlage für eine räumlich und funktional stimmige Verbindung von Alt und Neu – eingebettet in ein übergeordnetes städtebauliches Konzept, das neue Zugänge schafft, bestehende Qualitäten stärkt und dem Areal eine klare Ordnung und Offenheit zum städtischen Umfeld gewährt. 

    Welchen Beitrag können Architektinnen und Architekten zum Erhalt der regionalen Baukultur Ihrer Meinung nach leisten?

    Architektinnen und Architekten tragen eine zentrale Verantwortung zum Erhalt regionaler Baukultur – nicht nur durch den Schutz historischer Bausubstanz, sondern auch durch die zeitgemäße Weiterentwicklung gewachsener Strukturen im Sinne ihrer Geschichte und Identität. Die intensive Auseinandersetzung mit dem, was da ist und es umgibt, ist für mich ein essenzieller Bestandteil des Entwurfsprozesses selbst – und ein Aspekt, der aus meiner Sicht noch stärker ins Zentrum der Praxis rücken sollte. Es geht darum, den Charakter und Potenziale eines Ortes zu erkennen und in die Gegenwart zu überführen, ohne ihn einfach nur zu überformen. Eine respektvolle Haltung gegenüber dem Bestand, genaues Hinsehen sowie der Dialog mit lokalen Akteurinnen und Akteuren, sowie ein sensibler, kontextbezogener Entwurfsansatz sind für mich der Schlüssel zu einer zeitgemäßer Baukultur die regional verwurzelt und zugleich zukunftsfähig ist.

    Welche Pläne haben Sie für Ihren weiteren beruflichen Werdegang? Welche Ziele möchten Sie als angehender Architekt erreichen?

    Ich möchte zunächst weitere praktische Erfahrung in einem Büro sammeln, das sich mit der Schnittstelle von Architektur und Städtebau beschäftigt, um das an der Universität gelernte auch in der Praxis umsetzen und gestalten zu können. Das Großartige an unserem Beruf ist, dass er sehr vielseitig ist , daher reizt es mich langfristig, noch viele Teilbereiche kennenlernen zu dürfen und mich intensiv mit ihnen zu beschäftigen, um immer wieder neue Perspektiven auf Architektur und Städtebau gewinnen zu können.

    Video zum Förderpreis 2025

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    Hands on

    Eine Schule für Mae Sot

    Auch 2026 wird das beliebte „Hands-on“-Projekt der Stiftung Deutscher Architekten fortgesetzt. Die Teilnehmer*innen kamen im August zu einem Lehmbau-Workshop zusammen.

    22.10.2025

    Die jungen Planer*innen lernten bei dem Workshop auch das Team der Stiftung Deutscher Architekten kennen, das sie nach Thailand begleiten wird.
    © Architektenkammer NRW

    Weiter geht’s! Im Jahr 2026 wird die Stiftung Deutscher Architekten (SDA) bereits zum dritten Mal im Rahmen des Projekts „Hands-on“ nach Mae Sot (Thailand) reisen. Mit einem Team aus jungen Planerinnen und Planern aus Nordrhein-Westfalen wird zum Jahresauftakt dort ein besonderes Projekt realisiert werden: Die Teilnehmenden errichten vor Ort gemeinsam mit lokalen Handwerkern ein Schulgebäude; hauptsächlich aus Lehm und Holz.

    Doch vor Mae Sot kam Dortmund. Am 8. August lud die SDA rund 25 Junior-Mitglieder und Absolvent*innen sowie Studierende in das Baukunstarchiv NRW zu einem Workshop ein. Die Veranstaltung diente dazu, praktische Erfahrungen mit dem Lehmbau zu sammeln und in Kurzinterviews die jungen Planerinnen und Planer näher kennenzulernen, denn: Nur 12 Teilnehmer*innen werden Hands-on 2026 begleiten können.

    „Wir wollen bauen, wir wollen realisieren – und dazu braucht es Leute, die anpacken können“, sagte Markus Lehrmann, der Geschäftsführer Stiftung Deutscher Architekten, im Rahmen des Workshops. Das Kennenlernen Anfang August diene dazu, eine Gruppe zusammenzustellen, die möglichst interdisziplinär aufgestellt ist und in einem Zeitraum von sechs Wochen das Projekt „Schulbau“ in Thailand realisieren kann, so Lehrmann weiter.

    Unterstützt wurde die Veranstaltung in Dortmund von Björn Klug, der bundesweit als Berater für Planer*innen und Bauherren rund um das Thema Lehmbau aktiv ist. Er betreute die verschiedenen Stationen des Hands-on-Workshops; vom Erstellen des Lehmziegels bis zur Arbeit mit Lehmputz. „Es geht darum, den Lehm in die Hand zu nehmen und rauszufinden: Was ist das? Was kann das?“, erklärte Klug – und freute sich über das Interesse der jungen Planer an dem Baustoff.

    Die finalen Teilnehmerinnen und Teilnehmer für Hands-on 2026 werden im Laufe der kommenden Wochen informiert werden. Auf den Kanälen der SDA und der Architektenkammer NRW sind auch im Vorfeld zu Hands-on 2026 Einblicke in die Projektarbeit zu sehen.

    Hands-on 2026 ist ein Projekt der Stiftung Deutscher Architekten in Zusammenarbeit mit Simple Architecture und socialarchitecture e.V. Die fachliche Leitung des Projektes übernimmt Architekt Jan Glasmeier. Mehr Informationen und Einblicke in die vergangenen Projekte finden sich hier.

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    Think on

    Smarte Lösungen für besseres Bauen

    Wie lässt sich eine Stadt mit jahrhundertealter Geschichte und aktuellen Herausforderungen wie Massentourismus, Hochwasser und Stadtflucht weiterdenken? Wie können Begriffe wie Nachhaltigkeit, Transformation und soziale Teilhabe dazu beitragen, einer traditionsreichen Stadt wie Venedig neuen Lebensraum und eine gute Lebensqualität für ihre Bewohner*innen zurückzugeben?

    25.09.2025

    Think-on fand 2025 in Venedig statt.
    © Stiftung Deutscher Architekten

    Wie können Begriffe wie Nachhaltigkeit, Transformation und soziale Teilhabe dazu beitragen, einer traditionsreichen Stadt wie Venedig neuen Lebensraum und eine gute Lebensqualität für ihre Bewohner*innen zurückzugeben? Mit diesen Fragen im Gepäck machten sich 16 Stipendiatinnen und Stipendiaten der Stiftung Deutscher Architekten auf den Weg nach Venedig, um in der Lagunenstadt nach Antworten zu suchen, die (möglicherweise) im vielschichtigen „Palimpsest“ Venedigs verborgen liegen.

    Alle zwei Jahre lädt die Stiftung junge Planerinnen und Planer aus Nordrhein-Westfalen dazu ein, sich im Rahmen des Stipendienprogramms „Think-on“ intensiv mit aktuellen Fragestellungen der Architektur auseinanderzusetzen; und zwar in einem inspirierenden anderen kulturellen, räumlichen und gesellschaftlichen Kontext. Der diesjährige Schwerpunkt orientierte sich am Thema der Architekturbiennale 2025 und fand seinen idealen Ausgangspunkt in einer Stadt, die selbst wie kaum eine andere vom Spannungsfeld zwischen Denkmal und Gegenwart, zwischen Tourismus und Alltag, zwischen Vergangenheit und Zukunft geprägt ist.

    Sechs Tage lang arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit vielfältigen fachlichen und biografischen Hintergründen auf der abgeschiedenen Insel San Servolo. Fernab des touristischen Trubels und eingebettet in eine konzentrierte Arbeitsatmosphäre entstand dort ein temporärer Denkraum, in dem Theorie, Praxis und Vision miteinander verschmolzen. Impulse von lokalen Architekt*innen, allen voran Prof. Sergio Pascolo (Venice Urban Lab), erweiterten den Horizont und regten zum kritischen Weiterdenken an. Dabei ging es nicht nur um das Erkennen städtebaulicher Defizite, sondern vor allem um das Entwickeln von Strategien zur Reaktivierung brachliegender Flächen. Als Beispiel diente hier die Glasbläserinsel Murano, genauer Sacca Serenella, mit dem Ziel, diesen Raum wieder den Menschen vor Ort zurückzugeben.

    Die Erkundung der Stadt bildete das Fundament. Eine intensive Architekturführungen durch Venedig mit der deutsch-venezianischen Architektin Anabel Gelhaar, Erkundungstouren auf die Giudecca und Murano sowie der Besuch der Biennale-Ausstellungen gaben den Stipendiatinnen und Stipendiaten nicht nur vielfältige Einblicke in das aktuelle architektonische Diskursfeld, sondern schärften auch das Bewusstsein für die räumlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen vor Ort. Unterstützt wurden die jungen Talente von Prof. Rolf Westerheide, Vorstandsmitglied der Stiftung Deutscher Architekten, der als Mentor und fachlicher Begleiter zur Seite stand.

    Was bleibt, ist mehr als eine Studienreise: Es ist ein kollektives Nachdenken über die Zukunft unserer Städte und ein konkreter Beitrag dazu, wie Architektur und Stadtplanung Verantwortung für die Städte von Morgen übernehmen können, bevor unsere urbanen Räume in den Untiefen ihrer eigenen Herausforderungen versinken.