Hands-on

Vor Mae Sot kam die LAGA Neuss

Ein Skaterpavillon, rund 30 Teilnehmer:innen und jede Menge Begeisterung für den Lehmbau: Am 5. August fand ein Workshop der Stiftung Deutscher Architekten auf dem Gelände der Landesgartenschau in Neuss statt. Es wurde gebohrt, verputzt und gestampft. Alles auch an einem praktischem Bauobjekt – einem Pavillon gleich neben einem Skaterpark.

12.08.2026

Begrüßt wurden die Teilnehmenden u.a. von Annette Nothnagel (Geschäftsführerin LAGA Neuss, r.).
© Architektenkammer NRW

Großes Interesse an Hands-on

„Der Workshop dient dazu, Erfahrung mit den Baumaterialien Lehm und Holz zu erproben, gleichzeitig sollen sich die Bewerberinnen und Bewerber kennenlernen“, erklärte Sanaz Kashi (Stiftung Deutscher Architekten) zum Auftakt der Veranstaltung.

Konkret wurden zwölf junge Planerinnen und Planer gesucht, die im Jahr 2027 das „Hands-on“-Projekt der Stiftung Deutscher Architekten, einen sechswöchigen Workshop in Thailand, begleiten werden. Insgesamt hatten sich im Vorfeld über 100 Interessierte für das Projekt beworben; rund 30 konnten nun am Lehmbau-Workshop teilnehmen.

Bereits zum vierten Mal bietet die Stiftung Deutscher Architekten das Projekt Hands-on für den Planungsnachwuchs an. Thema des intensiven Design-Build-Projektes ist die Errichtung eines Trainingscenters für geflüchtete Kinder und Frauen im thailändischen Mae Sot; ein Ort in unmittelbarer Grenznähe zu Myanmar. Das Bauwerk soll vorrangig aus den lokalen Baumaterialien errichtet werden wie Lehm und Holz. Die jungen Planer:innen aus NRW entwickeln dabei Planung und Konzeption, arbeiten aber auch mit lokalen Arbeitern an der Umsetzung auf der Baustelle mit.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Das Projekt wird vom Büro Simple Architecture geleitet, dessen Inhaber Jan Glasmeier bereits die vorangegangenen Projekte der Stiftung Deutscher Architekten in Südostasien begleitete, sowie von dem Verein socialarchitecture e.V. „Wichtig bei den Hands-on-Projekten sind handwerkliche Kompetenzen, Interesse am kreislaufwirtschaftlich orientierten Bauen und nachhaltigen Baumaterialien sowie die Fähigkeit zu Teamwork“, erklärte Glasmeier im Rahmen des Workshops auf das LAGA Neuss 2026.

Pavillon aus Lehm und Holz – Mitten in NRW

Denn vor Thailand kam die Landesgartenschau: Konkret unterstützten die jungen Planer:innen im Rahmen des Workshops Anfang August tatkräftig bei der Fertigstellung eines Skaterpavillons in Neuss, der neben einem Skaterpark auf dem Gelände der Landesgartenschau liegt. Das Bauwerk wurde im Rahmen der LAGA 2026 als Selbstbau-Projekt mit Unterstützung vieler Freiwilliger in Rahmen mehrere Monate verwirklicht und zeichnet sich durch seinen experimentellen Ansatz aus. „Das Besondere ist, dass wir mit Materialien gearbeitet haben, die von der alten Rennbahn in Neuss kommen. Das heißt, wir haben das Gebäude anhand dessen, was vorhanden ist, konzipiert“, erklärte Architektin Franziska Müller von socialarchitecture e.V., die ebenfalls die Workshops rund um den Skaterpavillon betreute. Zudem seien Materialen wie Lehm und Stroh zum Einsatz gekommen; auch wurde eine nachhaltige Kompost-Toilette integriert.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Nach Abschluss der LAGA soll der Pavillon an die Skater-Community in der Region übergeben werden und als Raum für Lager, Veranstaltungen und Treffpunkt dienen.

„Viele der Dinge, die wir hier auf der Baustelle in Neuss sehen, sind auch Elemente, mit denen wir in Thailand zu tun haben werden“, führte Architekt Jan Glasmeier aus. Der Workshop diene als praktische Erfahrung in Vorbereitung auf Hands-on 2027.

Dazu wurden rund um den Skatepavillon Workshop-Stationen zu den Themen Lehmputz, Anfertigung von Lehmsteinen sowie Lehmmauern angeboten, die von den Hands-on-Bewerberinnen erprobt werden konnten.

Einsatz für den Lehm

Ergänzt wurde Veranstaltung in Neuss von Björn Klug, der bundesweit als Berater für Planer:innen und Bauherren rund um das Thema Lehmbau aktiv ist. Er gab den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Workshops Einblicke in die Entwicklung rund um den Baustoff Lehm. „Ich spüre gegenwärtig ein deutlich gesteigertes Interesse am Planen und Bauen mit Lehm“, stellte Klug fest. Die Offenheit von Planer:innen und auf Auftraggeberseite wachse.

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

Zu Recht, denn gesundes Raumklima, nachhaltige Produktionen, Ökobilanzen und Zirkularität seien Aspekte, die zu einer steigenden Akzeptanz gegenüber diesem Traditionsbaustoff beitrage. Gleichwohl: „Man muss Bildungs- und Aufklärungsarbeit leisten, um den Baustoff Lehm weiter voranzubringen.“ 

Deutlich wurde im Rahmen des Workshops jedoch auch eindeutig: Die jungen Planerinnen und Planer zeigten sich bereits begeistert von der Arbeit dem Baustoff. 

Hands-on 2027: Wie geht es weiter?

Die finalen Teilnehmer:innen für das Projekt der Stiftung Deutscher Architekten Anfang 2027 werden kurzfristig informiert. Auf den Kanälen der SDA und der Architektenkammer NRW sind auch im Vorfeld zu Hands-on 2027 Einblicke in die Projektarbeit zu sehen. Mehr dazu auch hier.