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Weitere Gespräche zum Baukunstarchiv NRW

Was geschieht mit den Entwürfen, Plänen und Baudokumenten von Architektinnen und Architekten nach ihrem Tod? Mit dieser Frage befasst sich seit gut zwei Jahren die Stiftung Deutscher Architekten intensiv. Um zu verhindern, dass Nachlässe nordrhein-westfälischer Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner aus Mangel an Alternativen in Kellern verkommen oder sogar schlichtweg entsorgt werden, setzt sich die Stiftung gemeinsam mit Partnerinstitutionen dafür ein, ein Baukunstarchiv NRW zu gründen. Während gegenwärtig verschiedene Standorte diskutiert werden, fehlt vor allem weiterhin eine verlässliche Finanzierung des ambitionierten Gemeinschaftsprojektes.

"Wir stehen vor der Aufgabe, das baukulturelle Erbe des Landes zu bewahren. Nur wer die Geschichte kennt, kann die Zukunft bauen", erläutert Hartmut Miksch, Vorstand der Stiftung Deutscher Architekten, das Anliegen der Stiftung, der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und ihrer Projektpartner, zu denen die Ingenieurkammer-Bau NRW, das Archiv für Architektur- und Ingenieurbaukunst der TU Dortmund und das Architektur Forum Rheinland zählen, aber auch die Landschaftsverbände Rheinland und Westfalen.

Land NRW unterstützt das Vorhaben

Das nordrhein-westfälische Bauministerium steht hinter dem gemeinnützigen Vorhaben und hat zugesagt, die Kosten für die Herrichtung von Archiv-Räumlichkeiten auf der Essener Zeche Zollverein zu übernehmen. Das Land setzt aber voraus, dass es den Projektträgern gelingt, ein dauerhaftes Finanzierungskonzept für die laufenden Kosten sicher zu stellen. Die Projektpartner haben beschlossen, den Betrieb über eine gemeinnützige GmbH zu organisieren. Gegenwärtig verbleibt allerdings noch eine Deckungslücke von rund 250.000 Euro im Jahr. Es laufen daher intensive Gespräche mit renommierten Architekten und mit weiteren potenziellen Geldgebern.

Standort noch offen

Im Frühjahr dieses Jahres ist neben Essen ein neuer Standort in die Diskussion eingebracht worden: das ehemalige Museum am Ostwall in Dortmund. Nachdem das Museum im Zuge der Entwicklung des Dortmunder U zum Kunst- und Kreativzentrum dorthin umgezogen ist, steht das Bauwerk aus den 1950er Jahren leer. Die Stadt Dortmund hat ein Interessensbekundungsverfahren eingeleitet, an dem sich auch für die TU Dortmund Prof. Wolfgang Sonne vom Archiv für Architektur- und Ingenieurbaukunst der TU beteiligt hat. Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau, als Stadtplaner Mitglied der Architektenkammer NRW, hat große Sympathien für diese Entwicklungsperspektive geäußert.

Aus Sicht der Architektenkammer NRW und ihrer Stiftung Deutscher Architekten spricht die geografische Lage der Stadt Essen zwischen Rheinland und Westfalen zwar weiter für die ursprüngliche Lösung. Allerdings sieht die Kammer die Standortfrage als sekundär an. Zentral sei die Frage der Finanzierung. Daran wird nun gearbeitet. Sollten sich für den Standort Dortmund solide Finanzierungsmöglichkeiten ergeben, wäre das Gebäude des ehemaligen Museums am Ostwall eine gute Chance, unterstreicht die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen.

Sponsoren werden gesucht

Das Baukunstarchiv NRW ist ein baukulturelles Projekt, das in gemeinsamer Verantwortung der in diesem Sektor in Nordrhein-Westfalen aktiven Organisationen und Institutionen getragen werden sollte. Eine kurzfristige Lösung, die nicht dauerhaft trägt, wäre nach Auffassung der Architektenkammer NRW der falsche Weg. Insofern suchen Kammer und Stiftung Deutscher Architekten prioritär weiterhin nach Sponsoren und Unterstützern, denen die dauerhafte Archivierung und wissenschaftliche Aufarbeitung ihres Nachlasses ein wichtiges Anliegen ist. Anregungen hierzu sind jederzeit herzlich willkommen!

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Zur Förderung von hervorragender Architektur und dem Nachwuchs in NRW wurde 1985 die Stiftung Deutscher Architekten gegründet, deren Arbeit nur dank zahlreicher Spenden möglich ist.

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Die Stiftung Deutscher Architekten hat die Initiative ergriffen, im ehemaligen Museum am Ostwall in Dortmund ein zentrales Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst in NRW zu schaffen.

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