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Unterzeichnung des Gesellschaftsvertrages am 28.01.2016 in Düsseldorf. Für die vier Gesellschafter unterzeichneten (unten, v.l.): Ernst Uhing (Präsident Architektenkammer NRW), Michael Arns (Vorstandsmitglied Stiftung Deutscher Architekten). Walter von Lom und Regina Wittmann (Vorstandsmitglieder Förderverein Baukunstarchiv NRW); (hinten, v. l.): Dr. Wilhelm Droste (Notar), Dr. Heinrich Bökamp (Präsident Ingenieurkammer-Bau NRW), Dr. Christian Schramm (Vorstandsmitglied Stiftung Deutscher Architekten) und Markus Lehrmann (Geschäftsführer Baukunstarchiv NRW) Foto: Stiftung Deutscher Architekten

Gesellschaftsvertrag für „Baukunstarchiv NRW“ unterzeichnet

Das lang erwartete „Baukunstarchiv NRW“ nimmt konkrete Formen an. Mit der Unterzeichnung des Gesellschaftsvertrages haben die vier zentralen Träger des ambitionierten Projektes nun einen wichtigen Schritt zur Realisierung des neuen Archivs vollzogen. Das „Baukunstarchiv NRW“ wird Nachlässe einflussreicher und regional bedeutsamer Architektinnen und Architekten sowie Ingenieurinnen und Ingenieure sammeln und für die wissenschaftliche Bearbeitung zugänglich machen.

„Architektur ist gebaute Geschichte“, erklärte Ernst Uhing, Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, heute (29.01.16) bei der Vorstellung des Baukunstarchivs in Dortmund. „Es ist wichtig, dass das Werk prägender Architekten und Ingenieure erforscht werden kann, um für die Zukunft daraus zu lernen.“ Das Baukunstarchiv NRW wird seinen Standort im Gebäude des früheren Museums am Ostwall in Dortmund finden.

Den Betrieb des Baukunstarchivs NRW übernehmen vier Gesellschafter: die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, die Stiftung Deutscher Architekten, die Ingenieurkammer-Bau NRW und der Förderverein für das Baukunstarchiv NRW. „Als größtes und bauintensivstes Bundesland braucht Nordrhein-Westfalen ein landesweites Archiv, um die Dokumente seiner reichhaltigen Baukultur zu sichern“, unterstrich Walter von Lom, der sich als Architekt im Vorstand des Fördervereins engagiert. Neben Werken der Architektur, der Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung soll das Baukunstarchiv auch Dokumente und Arbeiten der Ingenieurbaukunst sichern. „Nicht allein viele Hochbauten, sondern auch Brücken, Straßen, Tunnel und Industriebauten prägen unser Land“, betonte Dr. Hubertus Brauer, Vizepräsident der Ingenieurkammer-Bau NRW. Es sei deshalb wichtig, dass das neue Baukunstarchiv NRW einem umfassenden Verständnis von Baukunst folge.

Neben der Leitung durch die Gesellschafterversammlung soll das Baukunstarchiv NRW deshalb auch durch einen Fachbeirat begleitet werden, in den renommierte Persönlichkeiten aus Wissenschaft und Baukultur, Verwaltung und Kunst berufen werden. „Das Baukunstarchiv NRW wird auch ein Schaufenster für Architektur und Ingenieurbaukunst in Nordrhein-Westfalen sein, in dem Ausstellungen, Vorträge und Fachsymposien durchgeführt werden“, betonte der Präsident der Architektenkammer NRW, Ernst Uhing.

Das Baukunstarchiv NRW wird seinen Sitz am Ostwall 7 in Dortmund finden. Die Stadt Dortmund hat sich dazu bereit erklärt, das Gebäude des ehemaligen Museums am Ostwall mit Unterstützung des Landes NRW zu sanieren und den Gesellschaftern für den Betrieb des Baukunstarchivs NRW miet- und abgabenfrei zur Verfügung zu stellen. „Für die Stadt Dortmund ist das Baukunstarchiv NRW ein großer Gewinn“, erklärte Oberbürgermeister Ullrich Sierau. „Es ist gut, dass der traditionsreiche Standort am Ostwall eine angemessene Nachfolgenutzung findet. Das Baukunstarchiv NRW soll nicht nur ein Ort der Wissenschaft, sondern auch ein baukultureller Treffpunkt für die Öffentlichkeit sein.“

Die Idee zur Gründung eines Baukunstarchivs für Nordrhein-Westfalen wurde von der Architektenkammer NRW in Kooperation mit der Stiftung Deutscher Architekten, dem NRW-Bauministerium und der Technischen Universität (TU) Dortmund entwickelt. Die TU bringt ihr bestehendes „Archiv für Architektur und Ingenieurbaukunst A:AI“ als Grundstock in das Baukunstarchiv NRW ein und wird die wissenschaftliche Leitung des neuen Hauses übernehmen. „Wir sind froh, dass unsere Idee von einer großen Gruppe von Kooperationspartnern mitgetragen wird“, hob Kammerpräsident Ernst Uhing, der zugleich Vorstandsvorsitzender der Stiftung Deutscher Architekten ist, hervor. Die Gesellschafter hätten eine schlanke und effiziente Organisationsform gefunden, die schnelle Entscheidungen und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit ermögliche.

Die Gründung des Baukunstarchivs kommt zur rechten Zeit, weil gegenwärtig viele Architekten und Ingenieure, die das Gesicht unserer Städte und Gemeinden in der Nachkriegszeit geprägt haben, ihr Lebenswerk beenden. Das Baukunstarchiv NRW wird auch die Aufgabe haben, das Leben und Werk bedeutender Architektinnen und Architekten in Ausstellungen und Vorträgen zu präsentieren.

Die Sanierung und der Umbau des Gebäudes Ostwall 7 soll Ende 2016 beginnen, nachdem die Ausführungsplanung mit Ausschreibung und Vergabe abgeschlossen ist. In dieser Zeit werden auch weitere Vertragswerke (Nutzungsvertrag, Geschäftsordnungen etc.) erstellt. Die notwenige Investitionssumme beträgt 3,9 Millionen Euro. Das Land NRW unterstützt diese Maßnahme zu 80 % mit Mitteln der Städtebauförderung, 10 % trägt die Stadt, 10 % der Förderverein für das Baukunstarchiv NRW.

Die Einrichtung ist für Anfang 2018 geplant; Mitte 2018 soll der Betrieb aufgenommen werden.

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