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Jewgenij Senin

M.A.Arch. Jewgenij Senin (*1983) 2013 Master of Arts an der PBSA Düsseldorf seit September 2013 Mitarbeiter bei SOP-Architekten, Düsseldorf.

Förderpreis 2014: Sportpark als Impulsgeber

Im April hat die Stiftung Deutscher Architekten die Förderpreise 2014 verliehen. Die unabhängige Jury unter Vorsitz von Prof. Wolfgang Döring vergab drei Förderpreise an besonders talentierte Absolventinnen und Absolventen der  NRW-Architekturstudiengänge. Einen Förderpreis erhielt Jewgenij Senin für die Arbeit „Sportpark in Düsseldorf Flingern-Nord“, vorgeschlagen von Prof. Dipl.-Ing. Architekt Jochen Schuster, PBSA Düsseldorf.

Herr Senin, Sie haben sich in Ihrer Masterthesis mit dem Sportstättenbau befasst. Ein wichtiges Thema im gesellschaftlichen Kontext und im Speziellen ein schwieriger Standort in Düsseldorf-Flingern. Sie setzen in Ihrer Arbeit auf Aggregation. Warum haben Sie diese Lösung gewählt? 

Mein Vorschlag für den planerischen Umgang mit dem bestehenden Stadion und den Funktionen ist die Reaktion auf die Problematik der Stadt- und Sportentwicklung unter gesellschaftlichen Aspekten. Bei diesem Projekt ging es mir darum, dem Ort eine besondere Identität zu verleihen, um den Stadtteil aufzuwerten und eine überregionale Strahlkraft mit Magnetwirkung zu entwickeln. Diese besondere Atmosphäre sollte Sportler und auch Familien mit Kindern dazu animieren, mehr Zeit am Sportgelände und in der Sportanlage zu verbringen. Die städtebauliche Besonderheit des neuen Sportparks ist die Aggregation. Durch die Verdichtung und Stapelung aller Funktionen sollte das Gelände rund um das Paul-Janes Stadion von allen Nutzungen freigeräumt werden, um die Bedeutung der Heimstätte der Fortuna Düsseldorf als Impulsgeber aufzuwerten und das Sportangebot als faszinierende Attraktion mit viel Aufenthaltsqualität zu präsentieren.

Glauben sie, dass die traditionellen Sportvereine auch in Zukunft nach den alten Konzepten funktionieren können? Oder müssen neue Konzepte und Strukturen entstehen?

Das wichtigste Ziel jedes Sportvereins ist es, den Menschen mit derselben Leidenschaft einen einfachen Zugang zu den Sportaktivitäten zu ermöglichen. Um sportliche Begabung frühzeitig zu erkennen, sollte man eine Grundausbildung für Kinder sicherstellen und gleichzeitig einen einfachen Zugang zu allen Sportarten gewährleisten. Mein Konzept für den  neuen Sportpark in Flingern greift unter anderem auch dieses Thema auf. Es sollte ein Ritual der Annäherung an die unterschiedlichen Sportaktivitäten für die Kinder entstehen, was eine wichtige Rolle für eine gesunde gesellschaftliche Entwicklung spielt.

Sie sind in Kasachstan geboren und haben schon in Russland ein Architekturstudium absolviert. 2006 sind sie nach Deutschland gekommen und haben hier an der PBSA Architektur studiert. Gibt es signifikante Unterschiede zu der Ausbildung in Russland?

Die ersten zwei Jahre des Grundstudiums sind fast identisch, danach kann der Architekturstudent in Deutschland das Studienprogramm aus den vorhandenen Studienfächern selbst definieren. An russischen Hochschulen sind das Programm und sogar auch Entwurfsaufgaben stark reglementiert. In Deutschland bieten die Professoren sehr unterschiedliche Entwürfe an. Die Art des Architekturstudiums in Deutschland, mit selbstdefiniertem Programm, vielen Workshops, Gastprofessoren etc., finde ich sehr gelungen. Dank den Studienbedingungen an der PBSA habe ich immer mit großer Lust und Begeisterung Architektur studiert.

Was sind Ihre beruflichen Ziele? Wollen sie in der Zukunft ein eigenes Büro gründen?

Mit sechs ehemaligen Studienkollegen, mit denen ich schon während des Studiums eng zusammen gearbeitet habe, stehe ich weiterhin im Kontakt mit dem Wunsch, in der Zukunft wieder gemeinsame Projekte zu bearbeiten.

Nach dem Studium bin ich bei sop-architekten, wo ich bereits als studentischer Mitarbeiter gearbeitet habe, in Vollzeit eingestiegen. Ich lerne das Berufsbild momentan von der technischen, funktionalen und wirtschaftlichen Seite kennen, was mir sehr viel Spaß macht. Dadurch versteht man auch, dass die Architektur nicht nur auf Papier oder im Modell existiert, sondern dass es eine große Kunst ist, die Entwurfsidee nach allen Planungsphasen im „Originalzustand“ zu realisieren.

Zur Person:

 

 

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