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Baukunstarchiv NRW: Betriebsgesellschaft gegründet

Wieder einen Schritt weiter auf dem Weg zum Aufbau des Baukunstarchivs NRW: Zum Jahresende 2009 hat die Stiftung Deutscher Architekten gemeinsam mit der Architektenkammer und der Ingenieurkammer-Bau zum Betreiben eines Baukunstarchivs NRW eine gemeinnützige GmbH gegründet. Auf den jeweiligen Vertreterversammlungen der Architekten- sowie der Ingenieurkammer wurde der Gesellschaftervertrag verabschiedet. Mehr als 400 Delegierte beider Kammern unterstützen die Gründung eines Baukunstarchivs NRW.

Vorstand und Kuratorium der Stiftung sowie der Architektenkammer hatten schon im September 2009 in ihren jeweiligen Sitzungen dem Vertrag zu gestimmt. Die drei Gesellschafter haben sich mit verbindlichen finanziellen Zusagen zusammengefunden. Diese bilden einen Grundstock und erste Finanzierungsschritte für das Baukunstarchiv NRW. 

Die Idee: Ein zentrales Archiv für NRW mit dezentralem Netzwerk

Bei der Auflösung von Architektur- und Ingenieurbüros drohen wichtige und interessante Dokumente unwiederbringlich verloren zu gehen. Mancher Nachlass eines prominenten Architekten oder Ingenieurs könnte in ein Archiv außerhalb des Landes abwandern. Für Nordrhein-Westfalen würden wichtige baukulturelle Quellen verloren gehen.

Die Stiftung Deutscher Architekten stellt in Zusammenarbeit mit der Architektenkammer NRW, der Ingenieurkammer-Bau NRW, der TU Dortmund, den beiden Landschaftsverbänden Rheinland und Westfalen-Lippe, dem Architekturforum Rheinland sowie dem Museum für Architektur- und Ingenieurkunst NRW den Aufbau eines Baukunstarchivs NRW auf eine breite Basis. Als zentrale Einrichtung vernetzt sich das Baukunstarchiv NRW zugleich mit Archiven in ganz Nordrhein-Westfalen.

So entsteht ein Kooperationsmodell, in dem ein zentrales Baukunstarchiv Architekten- und Ingenieurnachlässe von überregionaler Bedeutung sammelt und die Arbeit angeschlossener dezentraler Archive auf diesem Gebiet fördert.

Neben der Denkmalpflege, die Überlieferungen der Architektur und Ingenieurbaukunst durch den Schutz der Bauten selbst sichert, besteht die Aufgabe der Archive darin, die Überlieferungen auch durch den Schutz von Planungsdokumenten und Modellen aus den Nachlässen von Architekten und Ingenieuren zu sichern. Diesen Unterlagen kommt ein besonderer Stellenwert zu, da sie den Planungs- und Rezeptionsprozess viel umfassender dokumentieren als das Bauwerk selbst. Planunterlagen, Modelle und andere Dokumente sind oft auch langlebiger als die Bauwerke selbst. Sie bilden die einzig verlässliche Datengrundlage für die baukulturelle Forschung.

Experten heben die Bedeutung von Architekturarchiven besonders hervor für die Lehre und Forschung unserer Baugeschichte sowie zur Vermittlung in der Öffentlichkeit in Form von Ausstellungen und Publikationen. Ebenso bieten Planungsunterlagen für die lebenslange Nutzung und Pflege eines Gebäudes, in der Instandhaltung und bei Rekonstruktionen und Umbauten verlässliche Hilfen.

Die Zusage des nordrhein-westfälischen Bauministeriums unter Minister Lutz Lienenkämper besteht nach wie vor, Räumlichkeiten für ein Baukunstarchiv NRW auf der Zeche Zollverein in Essen zur Verfügung zu stellen. Die Übernahme dieser Investitionen knüpft sich an die Voraussetzung, dass die Betreiber die Kosten für den laufenden Betrieb finanzieren. Darum bemühen sich die beteiligten Institutionen intensiv. 

Bürgerschaftliches Engagement zur Finanzierung gefragt

Um die Realisierung des Baukunstarchivs NRW konkret zu erreichen, braucht die Betreibergesellschaft starke Partner an ihrer Seite. Architekten und Ingenieure aller Generationen sowie Unternehmen sind aufgerufen zum Gelingen dieses einzigartigen Projektes für NRW beizutragen. Nur durch ein bürgerschaftliches Engagement auch in Form finanzieller Zuwendungen kann der Erhalt baukultureller Unterlagen, Dokumente und Modelle gesichert werden.

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