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Förderpreis 2000

Hochspannung bis zum Schluss

"Es ist eine besonders schöne und zugleich spannende Aufgabe, die Preisträger des Förderpreises 2000 bekannt zu geben und ihre Arbeiten zu präsentieren." Mit diesen Worten stimmte Moderatorin Elita Wiegand die über 200 Gäste im NRW-Forum in Düsseldorf auf die Verleihung des Förderpreises 2000 der Stiftung Deutscher Architekten am 22. März ein. Spannend war es vor allem für die 37 Studentinnen und Studenten sowie Absolventen, die von ihren Professoren für den Förderpreis vorgeschlagen worden waren.

Die Teilnehmer des Förderpreises waren erstmals nicht vorab über eine mögliche Auszeichnung informiert worden, sondern mussten sich gedulden, bis das Geheimnis gelüftet wurde und die Preisträger einzeln auf die Bühne gebeten wurden. Drei gleichrangige Förderpreise 2000 gingen an Thomas Koppa, Jürgen Meyer und Harald Weiss. Die Drei hatten die Jury mit ihren Studien- bzw. Diplomarbeiten von ihrer besonderen Begabung überzeugt. "Nehmen Sie Teilnahme und Sieg in diesem Wettbewerb als eine besondere Auszeichnung für Ihren Start ins Berufsleben. Sie soll dazu beitragen, die Freude am Beruf des Architekten bei Ihnen wach zu halten und andere junge Menschen anstiften, es Ihnen gleichzutun", erklärte der Vizepräsident der Stiftung Deutscher Architekten, Heinz Döring, in seiner Begrüßungsrede.

Ein gutes Produkt

Bei aller Motivation wollte Döring nicht über die schwierige Situation der Architekten auf dem Arbeitsmarkt hinwegtäuschen. Der Markt für Architekten werde von Jahr zu Jahr enger. Ende der neunziger Jahre gebe es in Deutschland rund 120.000 erwerbstätige Architekten. Ginge man davon aus, dass jährlich ca. drei Prozent der Architekten aus dem Berufsleben ausscheiden, dann überstiegen die Absolventenzahlen den Bedarf um fast das Doppelte. Zusätzlich träfen die Berufsanfänger auf einen schrumpfenden Markt für Architektenleistungen. Das Bauvolumen sei seit Mitte der neunziger Jahre um rund zehn Prozent zurückgegangen. Trotz der schwierigen Ausgangslage, mit der sich junge Architekten konfrontiert sehen, böte sich kein Grund zum Lamentieren und Jammern. "Denn wir haben ein gutes Produkt, wir haben etwas zu bieten. Dafür treten die heutigen Preisträger den Beweis an."

Den jungen Kollegen riet der Vizepräsident, den Mut zu Kooperationen aufzubringen. "Die Zeit der Einzelkämpfer ist vorbei. Wer heute komplexe Planungs- und Steuerungsaufgaben übernehmen will, ist auf das Fachwissen von Kollegen und verwandten Berufsgruppen angewiesen", sagte Döring mit Blick auf den nächsten Kongress der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, der mit dem Motto "Mehr Kooperation wagen!" genau diese Thematik treffe.

Keine leichte Entscheidung

Insgesamt 37 Studenten und Absolventen der Fachrichtungen Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung waren von ihren Hochschullehrern für den Förderpreis 2000 vorgeschlagen worden. "Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen", sagte Friedrich Mebes, der Vorsitzende der Jury, der außerdem Christine Börner, Holger Kruse, Birgit Schwarzkopf, Dr. Arne Strassberger, Dirk Rosengarten und Hilke Zielbauer angehörten. Denn es seien ganz unterschiedliche Arbeiten zu verschiedenen Aufgabenstellungen zu bewerten gewesen. Die Arbeiten zeichneten sich wie bei den vorangegangenen Auszeichnungen auch diesmal wieder durch ein hohes Maß an Gründlichkeit aus. "Eindrucksvoll spiegelt sich in den Arbeiten immer deutlicher ein Bewusstsein für die Umwelt und das Bestreben, darauf einzugehen."

Mut zur Innovation

"Der Förderpreis steigert das Selbstbewusstsein und macht gute Laune." Mit diesen Worten begann Hadi Teherani seinen Werkvortrag. Der Hamburger Architekt machte den jungen Kollegen vor allem Mut, neue Wege zu gehen. Es sei wichtig, seine Visionen nicht zu verlieren und man dürfe sich nicht unterkriegen lassen. "Dafür muss man kämpfen, innovative Wege gehen, neue Dinge entwerfen und probieren, dann läuft das wie von selbst." Den Beweis für einen erfolgreichen Werdegang trat Teherani in seiner anschließenden Darstellung einiger Projekte an. Er berichtet u.a. über das Bürohochhaus Doppel-XX in Hamburg, das Kontorhaus ABC-Bogen in Hamburg, die Sparkasse in Kiel und das Autohaus car & driver in Hamburg.

Hintergrund

Der Förderpreis der Stiftung Deutscher Architekten wird alle zwei Jahre vergeben. Neben den drei Förderpreisen, die mit je 5 000 DM dotiert sind, wurden auch fünf Anerkennungen ausgesprochen, die jeweils mit 1000 DM dotiert sind. Diese gingen an Zolta Adorjani (RWTH Aachen), Frank Altes (Fachhochule Köln), Sabine Eckert (Fachhochschule Bochum) und Jörg Hollerbuhl (Universität Dortmund). (wet)

Die Förderpreisträger

Thomas Koppa,
Fachhochschule Dortmund, vorgeschlagen von Prof. E.C. Klapp, hat die Arbeit "Sorten- / Kohlenturm - Umnutzung zur Kunstakademie "Neue Medien" in Dortmund" eingereicht. Mit dieser Arbeit belegt er seine große Sensibilität im Umgang mit dem Gebäudebestand und bei der Aufgabe, eine alte Industrieanlage als Akademie neu zu interpretieren. Er läst auch seine besondere Fähigkeit erkennen mit neuen Gestaltungselementen umzugehen, ohne modisch zu sein.

Jürgen Meyer,
Kunstakademie Düsseldorf, vorgeschlagen von Prof. Laurids Ortner, hat seinen Entwurf "Ausstellungsgebäude für die Kunstakademie Düsseldorf" vorgestellt. Mit dieser Arbeit zeigt Jürgen Meyer eine große Sicherheit darin, örtliche Zusammenhänge zu erkennen und eine hierfür angemessenen gestalterische Antwort zu formulieren.

Harald Weiss,
Fachhochschule Köln, vorgeschlagen von Prof. Dipl.-Ing. Ulrich Kuhn, zeigt seinen Entwurf "Natur / Kultur und ökologische Bildung". Er hat sich in dieser Arbeit umfassend mit den inhaltlichen Aspekten des Themas auseinandergesetzt und diese Analysen in eine gelungene Sprache der Architektur umgesetzt.

Anerkennungen

Jeweils eine Anerkennung wurde ausgesprochen für:

Projektfoto von Zoltan AdorjaniZoltan Adorjani,
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, vorgeschlagen von Prof. Klaus Kada, "Kunsthaus Graz" und "Swimscape Sloterplas, Amsterdam".

Projektfoto von Frank AltesFrank Altes,
Fachhochschule Aachen, vorgeschlagen von Prof. Hans-Georg Brückmann, "Ausstellungspavillon Stuttgart".

Projektfoto von Michael BayerMichael Bayer,
Fachhochschule Köln, vorgeschlagen von Prof. Dipl.-Ing. Ulrich Kuhn, "Natur, Kultur und ökologische Bildung".
 

Projektfoto von Sabine EckertSabine Eckert,
Fachhochschule Bochum, vorgeschlagen von Prof. Dipl.-Ing. Bernd Göttert, "Wohnen und Arbeiten im Weseler Hafen" und "Tagungszentrum alte Völklinger Hütte".

Projektfoto von Jörg HollerbuhlJörg Hollerbuhl,
Universität Dortmund, vorgeschlagen von Prof. Dipl.-Ing. Helge Bofinger, "Mediathek in San Francisca el Grande, Madrid".

Der Förderpreis der Stiftung Deutscher Architekten wird seit 1986 alle zwei Jahre an besonders begabte Studenten und Absolventen verliehen. Den künftigen Entwerfern unserer gestalteten Umwelt soll damit eine erste Anerkennung auf dem Weg ins Berufsleben ausgesprochen werden. "Die Förderung der Architekten von morgen ist der beste Garant für die Architekturqualität der Zukunft", so Kammerpräsident Hermannjosef Beu.

Die Ergebnisse des Auswahlverfahrens "Förderpreis 2000" sind in einer Dokumentation zusammengefasst, die für 10 Mark bei der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen bestellt werden kann (Inselstr. 27, 40479 Düsseldorf, Tel. 0211/4967-0 oder Fax 0211/4911475). (La/ros)

Weiter zum Auslobungstext der Stiftung Deutscher Architekten zum Förderpreis 2000


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