Förderpreis 1998
Die Förderpreise 1998 wurden am 14. April im Rahmen der Kunst- und Informationsmesse Düsseldorf verliehen. Neben drei Förderpreisen wurden auch fünf Anerkennungen verliehen.
1. Förderpreise
Dirk Rosengarten
Fachhochschule Münster,
vorgeschlagen von Prof. Dipl.-Ing Herbert Bühler
"Kulturstiftung Münster"
"Universitätsmensa Münster"
In den von Dirk Rosengarten vorgelegten zwei Entwürfen wird eine ausgesprochen positive Entwicklung erkennbar. Mit seiner Diplomarbeit "Kulturstiftung Münster" beweist Dirk Rosengarten die besondere Fähigkeit, ein großes Neubauvolumen in eine historisch geprägte städtebauliche Situation sensibel einzufügen. Durch die geschickte Einordnung der großen Baukörper in die kleinteilige Umgebung nimmt Dirk Rosengarten die vorhandene Situation auf und führt sie durch die Bildung von differenzierten Stadträumen sinnvoll weiter. Die gekonnte Anpassung der geplanten Gebäude an die vorhandenen First- und Traufhöhen, die gut entwickelte Gliederung der Fassaden und das schöne Wechselspiel der offenen und geschlossenen Fassadenbereiche kennzeichnen den Entwurf und bilden ein harmonisches Miteinander "alter" und "neuer" Architektur. Dirk Rosengarten zeigt eine große Sicherheit im Erkennen örtlicher Gegebenheit und der Anwendung der darstellenden Mittel, um diesen zu entsprechen.
Jörg Schröder
Fachhochschule Aachen
vorgeschlagenvon Prof. Gisberth Hülsmann
"Ökomenisches Gemeindezentrum in Berlin/Dahlem"
"Erweiterung des Klosters Vaals"
An zwei Arbeiten, der Diplomarbeit "Erweiterung des Klosters Vaals" und dem Entwurf "Ökomenisches Gemeindezentrum in Berlin/Dahlem", zeigt Jörg Schröder seine ausgereifte Entwurfsfähigkeit. Beim Entwurf des Gemeindezentrum gelingt es ihm, in einer indifferenten Umgebung durch eine Absenkung des Baukörpers eindeutig den Standort zu bestimmen. Auch bei der "Erweiterung des Klosters Vaals" wird sein Empfinden für außergewöhnliche städtebauliche und landschaftliche Situationen deutlich. Hier wurde für die Besonderheit der religiösen Aufgabe ein eigener städtebaulicher Raum geschaffen, der an eine vorhandene Bebauung anknüpft. Durch die starke Differenzierung der Form und eine eigenständige Architektursprache neben dem vorhanden Gebäude bleibt der Entwurf selbstständig und findet doch zu einer neuen Einheit mit der vorhandenen Situation.
Hilke Zielbauer
Rheinisch-Westfälische Hochschule Aachen
vorgeschlagen von Prof. Dipl. - Ing. Klaus Kada
"H2O" Freibad in Aachen
"Bibliothek in London"
Hilke Zielbauer zeigt mit ihren Entwürfen "H2O" (Freibad) und "Bibliothek in London" eine nachvollziehbar Entwicklung zu einer mutigen Architektur mit eigenem Ausdruck. Der ungewöhnliche Ansatz, ein Freibad in eine innerstädtische Situation einzubinden, verbunden mit einer expressiven und selbstbewussten Architektur, ist ein Wagnis, das Hilke Zielbauer mit hoher Qualität löst. Die Gesamtanlage mit ihrer durchdachten "Bäderlandschaft" auf unterschiedlichen Ebenen ist beispielhaft für eine stadträumliche Entwicklung, die zu einer gelungenen "Architekturplastik" führt, auch wenn die Innenraumentwicklung von der äußeren Differenzierung dominiert wird.
2. Anerkennungen
Carola Katharina Jester
Fachhochschule Lippe,
vorgeschlagen von Prof. Dr. Ing. Enno Schneider
"Fundació Mies van der Rohe in Barcelona"
Mit der Diplomarbeit "Fundació Mies van der Rohe Barcelona" stellt sich Carola Katharina Jester einer äußerst schwierigen Aufgabe. Sie zeigt dabei einen sensiblen Umgang mit der umliegenden Architektur und großes Verständnis für den Umgang mit der vorhandenen Situation. Vor dem Szenario des in unmittelbarer Nachbarschaft befindlichen Deutschen Pavillons, der anlässlich der Weltausstellung 1929 in Barcelona von Ludwig Mies van der Rohe erbaut wurde, nimmt sie sich zurück, bietet aber eine originelle Lösung und zeigt über die bauliche Aufgabe hinaus eine gut durchgestaltete Platzsituation. Die Arbeit von Carola Katharina Jester ist differenziert und feinfühlig, wenn auch einzelne funktionale Fragen offen bleiben.
Hubertus Schäfer
Gesamthochschule Essen,
vorgeschlagen von Prof. Dr. Klaus Eick
"Konzeption und Entwurf eines Freizeitparks"
Mit seiner Diplomarbeit, "Utopia" - Konzeption und Entwurf eines Freizeitparks mit Schwerpunkt Kunst und Philosophie auf dem ehemaligen Krupp-Gelände an der Alleestraße in Bochum -, zeigt Hubertus Schäfer die gelungene Umsetzung einer komplexen Aufgabe an einem schwierigen Standort. Durch künstlerische Überhöhung der vorhandenen Gegebenheiten unterscheidet sich der Entwurf positiv vom üblichen Freizeit- und Vergnügungspark. Durch assoziative Bezüge zu den Elementen Wasser, Feuer, Erde, Luft macht Hubertus Schäfer die Künstlichkeit der Natur in unseren Städten deutlich. Die daraus entwickelten utopischen Formen bringt er gestalterisch gut in die Umgebung ein.
Klaus Tegethoff
Fachhochschule Düsseldorf,
vorgeschlagen von Prof. Dipl. Ing. Gerd-Claus Wagner
Einfach und selber bauen "Wachsende Häuser"
Mit der Diplomarbeit "Wachsende Häuser - einfach und selber bauen" demonstriert Klaus Tegethoff, dass auch scheinbar alltägliche Aufgaben bei konsequenter Bearbeitung eine Qualität erreichen, die durchaus nicht alltäglich ist. Das wachsende Haus ist ein Reihenhaustyp, der individuellen Wünschen und Bedürfnissen Rechnung trägt und auf der Grundlage der Vorfertigung Möglichkeiten des Selbstbaus eröffnet. Klaus Tegethoff schafft es, innerhalb strenger Vorgaben an Konstruktion und Wirtschaftlichkeit eine ansprechende und maßstäbliche Architektur zu erreichen.
Peter Thomé
Fachhochschule Aachen
vorgeschlagen von Prof. ir. Bert van Bunningen
"Trauer- und Verabschiedungszentrum in Mayen"
Peter Thomé zeigt mit der Bearbeitung seiner Diplomarbeit "Trauer und Verabschiedungszentrum in Mayen" eine ungewöhnliche Aufgabe. Er geht weit über die eigentliche Planungsarbeit hinaus, und setzt die inhaltlichen Bezüge des Themas zur Philosophie und Psychologie in den Kontext zur Wirklichkeit. Die Anforderungen der Planung werden geschickt in die schwierige Topografie einer Abbruchlandschaft - ein stillgelegter Steinbruch - umgesetzt. Peter Thomé zeigt mit seiner Arbeit die Fähigkeit zu differenziertem Umgang mit einem vielschichtigen Themenbereiche und eine eigenwillige und unangepaßte, jedoch klare Formensprache.
Kirsten Windhorst und Johannes Ließ
Fachhochschule Lippe,
vorgeschlagen von Prof. Dr. Volkher Schultz
"Umnutzung der 1939 erbauten Brech- und Siebanlage des letzten Besucherbergwerkes Kleinbermen"
Kirsten Windhorst und Johannes Ließ widmen sich mit ihrer Diplomarbeit "Umnutzung der 1939 erbauten Brech- und Siebanlage des jetzigen Besucherbergwerks Kleinenbremen" der Aufgaben ein Industriedenkmal einer neuen Nutzung zuzuführen. Sie schaffen eine multifunktionale Nutzung, die zum Aufenthalt einlädt und Industriegeschichte erlebbar macht. Sensible Einbauten in unterschiedlichen Raumhöhen gestalten die Raumabfolgen vielfältig und interessant. Durch Farb- und Lichtgestaltung werden bauliche Besonderheiten und räumliche Eindrücke besonders hervorgehoben.
Weiter zum Auslobungstext der Stiftung Deutscher Architekten zum Förderpreis 1998
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