Förderpreis 1996: Preistrräger
Dipl.-Ing. Stefanie Dowidat
Im April 1997 zeichnete die Stiftung Deutscher Architekten besonders begabte Studenten und Absolventen der Studienfachrichtungen Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Städtebau mit dem Förderpreis 1996 aus. Dieser Preis wurde von der Jury zweimal verliehen. An dieser Stelle soll die Leistung der Preisträger nochmals gewürdigt und dokumentiert werden. Zweiter in der Reihe der beiden gleichwertigen Preisträger:
Stefanie Dowidat: Stefanie Dowidat: Räumlich, emotional gestaltete Ausstellungen.
"Meine Vorstellung von Ausstellungskonzeption geht weg von der herkömmlichen Form, dem Museums- oder Ausstellungsbesucher die Exponate als unbeteiligtem Betrachter zu präsentieren, der Besucher soll das Thema der Ausstellung als persönliches und sinnliches Erlebnis empfinden."
Stefanie Dowidats Begeisterung für neues Museumsdesign und räumlich emotional gestaltete Ausstellungen sowie das Hobby der Schauspielerei führten zu der Themenwahl der Diplomarbeit "Ein Ausstellungskonzept für die Deutsche Theatergeschichte im 20. Jahrhundert", mit der sie sich zum Förderpreis der Stiftung 1996 vorgestellt hat. Nach längerer Recherche, ist eine Arbeit entstanden, die ihren Ideenreichtum, die konsequente Entwicklung der Gedanken und sehr konkreten Vorstellungen deutlich zeigt. Das Charakteristikum der Ausstellungskonzeption ist die Definition der Zeit in Verbindung mit authentischem Ausstellungsmaterial. Das Konzept dieser Ausstellung gliedert und verbindet jene zwei Bereiche, die das Thema vorgibt: "Theater" und "Geschichte" und soll in Form einer Abfolge architektonisch ablesbar sein. Da Geschichte den Faktor Zeit verkörpert, werden die verschiedenen Strömungen, Politik, Dramatik, Unterhaltung, Experimentelles und Absurdes gleich nebeneinander fahrenden Zügen aufgeteilt, die den Besucher durch das 20. Jahrhundert von der Vergangenheit über die Gegenwart bis hin zur Zukunft leiten. Anhand dieser Schemata wurde der Begriff "Theater" architektonisch umgesetzt. So beginnt der Besucher am Anfang von den Zuschauerrängen hinweg über eine Kulissenbühne des 19. Jahrhunderts seinen Weg, der zum Schluß spiegelverkehrt über eine visuell, Computer - gesteuerte Bühne ohne Mobiliar führt, um ihn wieder in den Zuschauerraum zu entlassen. Abgegrenzt von der Innenarchitektur an sich sind visuelle und akustische Erläuterungen als sich wiederholende Elemente mit Wiedererkennungsmerkmal vorgesehen, die sich in die zwei Bereiche "Informationen über technische und architektonische Entwicklungen" sowie "Informationen über bedeutende Personen" aufteilen und sich recht und links der "Zeitschienen" gleich einer Rahmenhandlung befinden. Planerisch betrachtet ist die Ausstellung nicht für ein besonderes Gebäude oder einen bestimmten Ort gedacht, sondern setzt gleich einer Wanderbühne die Bedingungen lediglich mit einer, bestimmte Maße erfüllenden Umgebung fest. Geeignet wären dafür stillgelegte ehemals temporär genutzte Hallen die weitläufig überspannt und ohne behindernde Wandaufbauten sind. Beispielhaft wurde hier die Lokhalle in Göttingen gewählt, die den Idealmaßen von ca. 180m * 78m * 18m entspricht.
Curriculum vitae
Stefanie Dowidat, geboren 1967 in Lengerich, absolvierte nach dem Fachabitur an der Fachoberschule für Gestaltung eine Ausbildung als Schauwerbegestalterin in Münster und begann 1989 ihr Innenarchitekturstudium an der FH Lippe, Abt. Detmold und und absolvierte das WS 94/95 an der Fakultät Heiligendamm, FH Wismar. Studienbegleitend hat Stefanie Dowidat im Bereich Entwurf- und Ausführungsplanung in verschiedenen Innenarchitektur und Architekturbüros gearbeitet sowie im Bereich Schaufenster- und Ladendekoration sowie Entwurf und Umsetzung von Messepräsentationen. 1993 war sie Preisträgerin des Josef Höner Design Wettberwerbes (Ankauf), 1995 gewann sie den 1. Preis des Wettbewerbes Arbeitskreis Massivholz. 1994 machte Stefanie Dowidat die ergänzende Hochschulprüfung zum Erwerb der Bauvorlageberechtigung. Nach ihrem 1996 erfolgreich abgeschlossen Innenarchitekturstudium wirkte sie beim Umbau und Neugestaltung des Theatercafés in Münster und beim Architekturworkshop Frankfurt mit. Bis Anfang 1997 war sie redaktionelle Mitarbeiterin bei der "db" - Architekturzeitschrift in Stuttgart. Für Mai 1997 ist ein Vortrag und eine Ausstellung zur internationalen Fachkonferenz "Theatermuseen der Welt - Welt der Theatermuseen" im Theatermuseum Düsseldorf geplant. Ab September 1997 besucht Stefanie Dowidat mit einem Stipendium für die Reinwardt Academy, Amsterdam, den course " masters degree in museology".
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