Expo 2017 in Astana

Astana: Blick vom "Baiterek"-Turm auf die Präsidentenresidenz "Ak Orda"

"Sommercamp" der Stiftung in Astana

Vera Anton-Lappeneit

Vom 21. bis 25. Juni waren 15 Absolventinnen und Absolventen mit der Stiftung Deutscher Architekten auf der EXPO in Astana unterwegs und konnten dabei einen genaueren Blick auf ein weitgehend unbekanntes Kapitel der Architekturgeschichte werfen.

Astana ist eine boomende Stadt in der Weite Kasachstans und zugleich Austragungsort der EXPO, die in diesem Jahr vom 10. Juni bis zum 10. September unter dem Motto "Energie der Zukunft: Maßnahmen für weltweite Nachhaltigkeit" in der postmodernen Metropole stattfindet. Damit ergibt sich 20 Jahre nach der Ernennung Astanas zur Hauptstadt der Republik Kasachstan die Gelegenheit, die kasachische Interpretation einer Stadt des 21. Jahrhunderts kennen zu lernen.

Die Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Architektur in Kasachstan wirft aber auch unweigerlich Fragen auf, die es zu diskutieren gilt. Die Stiftung Deutscher Architekten hat dies zum Anlass genommen, Absolventinnen und Absolventen aller Fachrichtungen vom 21. bis zum 25. Juni 2017 in Zusammenarbeit mit der Agentur Poppe Reisen ein "Sommercamp" zur EXPO 2017 anzubieten und dabei auch einen genaueren Blick auf ein weitgehend unbekanntes Kapitel der Architekturgeschichte zu werfen. Das Angebot fand großen Anklang, die 15 vorhandenen Plätze waren nach kurzer Zeit ausgebucht.

Mit dem Architekten und Verleger Dr. Philipp Meuser hatte die junge Reisegruppe einen fachkundigen Begleiter, der nicht nur die architektonischen Highlights und die Besonderheiten der eurasischen Stadt vorstellen konnte, sondern auch eine Diskussion zu zeitkritischen Analyse zur Architektur und Hauptstadtplanung der jungen kasachischen Metropole anstoßen konnte. Unter der fachkundigen Leitung von Dr. Thomas Schriefers, Architekt, Künstler und Autor aus Köln, wurde die Weltausstellung besucht und auch im historischen Vergleich zu vergangenen Weltausstellungen beleuchtet. Beim Besuch eines Dorfes in der kasachischen Steppe direkt vor den Toren der Stadt hatten die Sommercamp-Teilnehmer dann Gelegenheit, auch mit dem traditionellen Leben der Kasachen in Berührung zu kommen.

Das Sommercamp wird in einem "Reiseskizzenbuch" von den Nachwuchsarchitektinnen und -architekten vor den Grundthemen "Stadt, Land und Mensch" dokumentiert und in der zweiten Jahreshälfte 2017 durch die Stiftung veröffentlicht werden. Die Stiftung Deutscher Architekten verbindet mit dem Sommercamp das Ziel, junge Nachwuchsplaner in ihrer weiteren Berufsentwicklung zu fördern. Die Stiftung leistet damit einen wesentlichen Beitrag zur Förderung der Baukultur.