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AKTUELL

Stiftung Deutscher Architekten

25 Jahre Einsatz für den Architekten-Nachwuchs und die Baukultur

Christof Rose

11.02.2011 | „Junge Architekten gestalten unsere Zukunft!“ Ausgehend von diesem Gedanken setzt sich die Stiftung Deutscher Architekten seit 25 Jahren dafür ein, Nachwuchsplanerinnen und -planer auf ihrem Weg in den Beruf zu fördern, sie zu motivieren und weiterzubilden. Über 100 Auszeichnungen für die Leistungen begabter Absolventen von Architektur-Studiengängen; elf Sommerseminare, in denen über 300 Studierende aktuellen Planungsaufgaben nachgingen; vier Promotionsvorhaben, die in Form von Stipendien aktuell unterstützt werden; und die Idee eines Baukunst-Archivs für Nordrhein-Westfalen – das ist die Bilanz aus 25 Jahren Stiftung Deutscher Architekten. Im Jahr 1985 gründete die Architektenkammer NRW die gemeinnützige Einrichtung mit dem Ziel, den Berufsnachwuchs und die Baukultur im Lande zu fördern, 1986 nahm die Stiftung ihre Arbeit auf. Mit einem Festakt in der Landeshauptstadt Düsseldorf wurde am 10. Februar 2011 die Stiftungs-Arbeit der vergangenen 25 Jahre gewürdigt.

„Baukultur lebt vom Dialog und vom Miteinander“, hob der Präsident der Architektenkammer Nordrhein-Westfalen und Vorstand der Stiftung Deutscher Architekten, Hartmut Miksch, hervor. „Die Stiftung Deutscher Architekten verbindet mit ihren Projekten die unterschiedlichen Fachdisziplinen, bringt Jung und Alt zusammen, lässt jugendliche Impulsivität auf gewachsene Erfahrung treffen und schafft internationalen Austausch.“ Die rund 200 Gäste im Düsseldorfer Maxhaus bestätigten diese Aussage: Gekommen waren nicht nur der Ehrenpräsident der Architektenkammer NRW und Gründungsvater der Stiftung, Hermannjosef Beu, sondern auch sein damaliger Vizepräsident und Motor der frühen Entwicklungsjahre der Stiftung, Nikolaus Rosiny. NRW-Bauminister Harry K. Voigtsberger konnte sich mit seinem Amtsvorgänger aus den 1980er Jahren, Dr. Christoph Zöpel, austauschen.

Zahlreiche aktuelle und frühere Förderpreisträger sowie Teilnehmer von Sommerseminaren, Betreuer und Freunde der Stiftung waren ebenfalls nach Düsseldorf gereist, um die Arbeit der Stiftung Deutscher Architekten zu würdigen.Das Entwickeln von Architekturen, die Gestaltung unserer Städte und Gemeinden sei heute eine komplexe Aufgabe, die nur im Team und im Verbund verschiedener Disziplinen erfolgreich gemeistert werden könne, betonte Kammerpräsident Miksch. Dieser Gedanke ziehe sich durch die Projekte und Angebote der Stiftung Deutscher Architekten und könne junge Menschen für die anspruchsvolle Aufgabe begeistern.

Gemeinsames Ziel: ein landesweites Baukunst-Archiv NRW
Der nordrhein-westfälische Minister für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr, Harry K. Voigtsberger, betonte die Bedeutung der Arbeit der Stiftung Deutscher Architekten für die Baukultur in unserem Land: „Die Qualität der Baukultur ist das Ergebnis des baukulturellen Dialogs. Und ein wesentliches Element dieses Dialogs ist die Stiftung Deutscher Architekten.“ Voigtsberger hob insbesondere den intensiven Einsatz der Stiftung für den Nachwuchs hervor. Zugleich bekräftigte er die Unterstützung des Landes bei dem Ziel, ein landesweites Baukunst-Archiv NRW einzurichten. „Aus der Geschichte lässt sich bekanntlich lernen. Bauliche Zeugnisse zu bewahren und zu archivieren ist deshalb eine wichtige Aufgabe.“ Die Stiftung Deutscher Architekten möchte das Baukunst-Archiv NRW gemeinsam mit der Architektenkammer NRW, der Ingenieurkammer-Bau NRW, den Landschaftsverbänden und weiteren Partnern betreiben. Da die Finanzierung der laufenden Kosten aber noch nicht gesichert ist, konnte das Vorhaben noch nicht umgesetzt werden. Minister Voigtsberger bekräftigte, dass er gemeinsam mit den Baukultur-Akteuren nach einer Lösung dieses Problems suchen werde.

Streifzug durch 25 Jahre Geschichte der Stiftung
Die Aktivitäten und Veranstaltungen, die von der Stiftung Deutscher Architekten über die zurück liegenden 25 Jahre entwickelt wurden, stellte deren langjähriger Geschäftsführer Hans-Ulrich Ruf vor. Das Konzept zur Vergabe der Förderpreise sei über all die Jahre gleich geblieben, weil es sich bewährt habe: „Es sollen nicht Einzellleistungen, sondern das individuelle Talent und eine Haltung gewürdigt werden“, stellte Ruf klar. Das hohe Ansehen, das der Förderpreis der Stiftung in der Hochschullandschaft genieße, bestätige das Konzept, das der damalige Vizepräsident der Architektenkammer Nikolaus Rosiny entwickelt hatte. Auch das 1988 eingeführte „Sommerseminar“ sei zu einer festen Marke der Stiftung geworden, resümierte Hans-Ulrich Ruf. Das zweite  der Wochenendseminare zum Thema „Haldenerlebnis Emscherblick“ habe die spätere Errichtung des Tetraeders in Bottrop angeregt.

Als wichtigen Schritt für die Stiftung Deutscher Architekten würdigte Hans-Ulrich Ruf die Vergabe von Promotionsstipendien. „Damit wird nicht nur qualifizierten jungen Leuten eine intensive wissenschaftliche Arbeit ermöglicht, sondern auch der Anspruch unseres Fachgebiets innerhalb der wissenschaftlichen Forschung untermauert.“Für die Zukunft wünschte sich der frühere Hauptgeschäftsführer der Architektenkammer NRW und heutige Vorstand der Stiftung Deutscher Architekten „das Bewährte fortzusetzen, das Baukunst-Archiv NRW zu realisieren und vielleicht zusätzlich Jahreskongresse und Buchprojekte umsetzen zu können. Ganser: „Innovation kommt vom unangepassten Bürger“
In einen kontroversen Diskurs begaben sich anlässlich des Festakts im Düsseldorfer Maxhaus der frühere Direktor der IBA Emscher Park, Prof. Karl Ganser, und der Architekturkritiker der ZEIT, Dr. Hanno Rauterberg. Die Frage, ob Architektur Sinn stiften könne, fokussierte sich schnell auf die aktuellen Protestbewegungen von Stuttgart über Köln bis Dresden gegen bauliche Großprojekte. „Die Leute kümmern sich um ihr unmittelbares Umfeld, das ist doch wunderbar“, meinte Karl Ganser. Innovation gehe meistens vom unangepassten Bürger aus. Das Planen und Bauen müsse insgesamt öffentlicher werden. „Ganz wichtig ist Aufklärung. Alle Grundstücksverhandlungen gehören in die Öffentlichkeit, nicht in geheime Ratssitzungen“, forderte der Vater der IBA Emscher Park.

Architekten müssten erkennen, dass sie sich immer auch politisch verhalten in ihrer Arbeit; diese Grunderkenntnis gelte es in der Praxis bewusster einzusetzen, ob im politischen Mandat oder in der öffentlichen Diskussion vor Ort. Als ein zentrales Problem der Architektur und des Städtebaus identifizierte Karl Ganser die Delegation von Verantwortlichkeit: "Die Verantwortung für das gebaute Ergebnis wandert vom Architekten zum Bauherren, vom Bauherren zum finanzierenden Fonds, von dort zu den Zwängen des globalen Kapitalflusses. Helfen kann hier eigentlich nur der Protest der Bürger."

Ganser forderte eine kritische öffentliche Diskussion, in der auch das Sprechen über negative Bauwerke erlaubt sein müsse. Architektur bedeute schließlich die Verortung des Menschen. "Menschen brauchen Heimat. Wer sagt, ich bin nur global, der ist mir verdächtig. Er wird nämlich vermutlich viel Unfug anstellen."

Festschrift kann kostenlos bezogen werden

Die Stiftung Deutscher Architekten hat ihren Sitz im „Haus der Architekten“ im Düsseldorfer Medienhafen. Über ihre Aktivitäten und Angebote informiert die Internetseite www.stiftung-deutscher-architekten.de. Dort kann auch kostenlos die Festschrift „25 Jahre Stiftung Deutscher Architekten“ bestellt werden, die alle Projekte detailliert vorstellt; info@stiftung-deutscher-architekten.de oder postalisch: Stiftung Deutscher Architekten, Zollhof 1, 40221 Düsseldorf.


Stiftung Deutscher Architekten | Zollhof 1 | 40221 Düsseldorf | Telefon: (02 11) 49 67-52 | Telefax: (02 11) 49 67-96 | Internet: www.stiftung-deutscher-architekten.de | E-Mail: info@stiftung-deutscher-architekten.de
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